Die Schülerfirma hat den Treff komplett umgestaltet

Goethe-Lounge: jetzt ein Ort der Entspannung

Die Schüler der AG „Schülerfirma“ nahmen mit Schulleiter Christof Maruschka und Miro Kozul das Teilzertifikat „Bewegung & Wahrnehmung“ in Empfang, das Roswitha Schug überreichte. Ort der Feier war die neue Goethe-Lounge. - Foto: Scholze

Dieburg - Längst in die Jahre gekommen war der ehemalige Goethetreff, der eigentlich als Pausentreff für die Schüler gedacht war. Wie es mit vielen Dingen im Leben so ist, im Laufe der Zeit war der Lack ab. Von Verena Scholze

Das Ambiente wenig ansprechend, die gelbe Farbe an den Wänden verblasst – es war kein Ort mehr, an dem die Schüler gerne verweilten. Da erhielten auch die Snacks, die ausgegeben wurde, einen faden Beigeschmack.

„Herr Kozul hatte den Goethetreff für tot erklärt“, berichtete die 15-jährige Charline über den Augenblick, als der Leiter der AG „Schülerfirma“ auf der Suche nach freiwilligen Helfern letztes Schuljahr in ihre Klasse trat. Ziel des Lehrers: eine Wiederbelebung oder noch besser eine Auferstehung des Treffs. Dazu wurden Freiwillige gesucht, die sich der Sache stellten. Diese waren in Form von zehn Schülern aus dem Hauptschul- und Realschulzweig schnell gefunden und die Aktion Neugestaltung konnte beginnen.

In kleinen Gruppen arbeiteten die Schüler die gewünschten Veränderungen heraus, Renovierungsarbeiten wurden besprochen, das Budget geplant, mögliche Farbkombinationen und dazu passende Möbel ausgesucht. Die finanziellen Möglichkeiten hierzu lieferte der Förderverein, der dem Projekt mit einer beachtlichen Geldspende unter die Arme griff und die Neugestaltung dadurch realisierbar machte.

„Die Schüler jedoch trugen die Verantwortung“, brachte es Miro Kozul auf den Punkt. Die Schülerfirma musste dabei drei maßgebliche Dinge beachten. Zum einen das Marketing: Wie kann man aus dem Treff ein sich selbst tragendes Café entwickeln? Dann ging es um das Personal, das den Treff bewirtschaften soll. Und natürlich die Angebotsorientierung: Was soll man anbieten, was wird nachgefragt?

„Gleichzeitig war das Projekt der Persönlichkeitsentwicklung jedes Einzelnen sehr förderlich“, sagte Kozul. Die Schüler legten selbst Hand an und bewiesen beim Renovieren und Streichen ihre Fähigkeiten. Und so wurde aus dem Goethetreff mit neuer Farbgestaltung in einer warmen bordeauxrot-beigen Kombination und den passenden weinroten Sofas, Sesseln und Hockern die neue Goethe-Lounge, die nun in neuer Atmosphäre zum Verweilen einlädt. Die Namensgebung geht übrigens auf eine Abstimmung aller Klassen zurück.

Seit den Sommerferien wird bereits wieder Frühstück in der Goethe-Lounge angeboten Nach den Herbstferien soll das Angebot um kleine Mittagssnacks wie Currywurst oder Schnitzelbrötchen erweitert werden.

Jedoch war das Projekt „Goethetreff“ gleichzeitig noch einen anderen Zweck dienlich, nämlich dem Erreichen des Teilzertifikat „Bewegung & Wahrnehmung“. Dieses Zertifikat, das vom staatlichen Schulamt verliehen wird, ist das zweite von insgesamt vier Teilstücken, mit dem die Goetheschule bislang ausgezeichnet wurde. Ziel ist es, durch Erreichen aller Teilstücke die Auszeichnung als „Gesundheitsfördernde Schule“ zu erhalten.

Die Goetheschule ist für ihr Engagement in Sachen Bewegung bekannt. Bewegte Pausen mit der Möglichkeit zum Basketballspiel, Teilnahme am Stadtlauf oder bewegungsfördernde Maßnahmen im Unterricht sind nur einige Dinge, die das Kollegium mit den Schülern umsetzt.

Auch die Projektwoche wurde unters Motto „Bewegte Schule“ gestellt. „Bewegung bedeutet aber auch, danach die Möglichkeit zum Rückzug zu haben“, erklärte Kozul. Nach sportlicher Betätigung oder Unterricht muss man auch entspannen können. Und diese Möglichkeit bietet nut die GoetheLounge.

Dies sah die Vertreterin des Schulamtes, Roswitha Schug, ebenso und überreichte in einer Feierstunde, die die Schülerfirma selber organisiert hatte, voller Stolz das Teilzertifikat „Bewegung & Wahrnehmung“.

Dankend nahm Schulleiter Christof Maruschka die Urkunde in Empfang und lobte das Engagement der Schülerfirma.

Isabell (16 Jahre), ein Mitglied der Schülerfirma, bedankte sich in ihrer Begrüßungsrede speziell beim Förderverein. Einen musikalischen Beitrag zu Klängen von Adele bot die 16-jährige Zaineb, eine ehemalige Schülerin und Schulbandsängerin.

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