Die Welt unter dem Mikroskop

Goetheschule präsentiert 30 Projekte beim Tag der offenen Tür

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Mikroskopieren war eins der Projekte an der Dieburger Goetheschule. Unter starker Vergrößerung konnte sich jeder zum Beispiel die eigene Mund-Schleimhaut näher betrachten. - 

Dieburg - Nur noch wenige Wochen bleiben Eltern für ihren Entschluss, welche die nächste Station der schulischen Laufbahn ihres Nachwuchses werden soll. Die Goetheschule gab Entscheidungshilfe. Von Jens Dörr 

Wenn der schon länger als Parkplatz ausgewiesene Festplatz im Schlossgarten tatsächlich einmal rege genutzt wird, muss in Dieburg entweder eine Großveranstaltung sein – oder aber der Tag der offenen Tür an der benachbarten Goetheschule. So am Samstag, als die Schule sich und mehr als 30 Projekte vier Stunden lang der Öffentlichkeit vorstellte. Praktisch alle Schüler, Lehrer und Mitglieder der Schulleitung waren dabei involviert. In den Klassenräumen und in der Aula fanden Ausstellungen, Präsentationen, Mitmach-Aktionen und Vorführungen statt. So wurde die Aula nach der Begrüßung durch Schulleiter Christof Maruschka zum Konzert- und später zum Tanzsaal. Die Schulband trat ebenso auf wie einige Tanzgruppen, die unterschiedliche Stile zeigten. In der Turnhalle wurde Einrad gefahren, in der Aula zudem eine Modenschau gezeigt. Lesungen der Schreibwerkstatt in der Mediathek, Kostproben selbst gekochter Marmelade, Yoga zum Selbsttesten oder Erkenntnisse über „die Welt unter dem Mikroskop“ gehörten ebenfalls zum Reigen des Dargebotenen.

Zehntklässler stellten interessierten Zuhörern ihren Praktikumsbericht vor. Wer sich ein näheres Bild machte, entdeckte, dass ein großer Teil der Praktikanten bei Dieburger Unternehmen – von Stihl über die OTLG bis hin zur Sparkasse – Einblicke in die Berufswelt erhalten hatte – und womöglich gar auf seien Arbeitgeber von morgen traf. All das und noch deutlich mehr – von Prüfungspräsentationen über Seidenmalerei bis hin zu Wissenswertem über die UNESCO (die Goetheschule ist eine „UNESCO-Projektschule“ und sensibilisiert ihre Schüler als Mitglied dieses Netzwerks für Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Bekämpfung von Armut und Elend) – konnte einerseits auf eigene Faust erkundet werden.

Andererseits bot die Schule auch geführte Rundgänge durch die drei Hauptgebäude (von denen der markante Altbau neben der einstigen Stadtbücherei vor vielen Jahren bekanntlich um einen Anbau erweitert worden war), Turnhalle und Mediathek. Auch Einblicke in Mensa, „Goethe-Lounge“ und den Schulgarten konnten gewonnen werden. Davon machten auch viele Eltern Gebrauch, deren Kinder im Sommer dieses Jahres die Grundschule verlassen. Ihnen bleiben nur noch wenige Wochen für die Entscheidung, welche die nächste Station der schulischen Laufbahn ihres Nachwuchses werden soll.

Über das Angebot der Goetheschule referierte dann in der Aula unter anderem auch Schulleiter Maruschka selbst. Die Schulform an der mehr als 900 Schüler zählenden Goetheschule setzt sich aus Mittelstufenschule und Gymnasialzweig zusammen. Den Weg der Mittelstufenschule geht die Goetheschule seit 2011. Hier besuchen unterschiedlich starke Kinder in der ersten Phase von der fünften bis zur siebten Klasse gemeinsam den Unterricht, haben ab der sechsten Klasse in den Hauptfächern aber auch leistungsdifferenzierte Unterweisung.

Nach der siebten Klasse werden die Mittelstufenschüler in einen „praxisorientierten Bildungsgang“ und einen „mittleren Bildungsgang“ aufgeteilt. Der „praxisorientierte Bildungsgang“ führt zum Hauptschulabschluss, der „mittlere Bildungsgang“ ermöglicht den Realschulabschluss. Daneben steht der Gymnasialzweig, den die Schüler bei entsprechender Qualifikation direkt nach der Grundschule ab der fünften Klasse belegen können. Nicht nur er kann im weiteren Verlauf und nach einem Wechsel auf die Oberstufe – nach der Goetheschule meist auf die Alfred-Delp-Schule oder die Landrat-Gruber-Schule – zum Abitur führen. Auch gute Realschüler haben so Aussichten, ihre klassische schulische Laufbahn – von der möglicherweise noch folgenden Berufsschule einmal abgesehen – nicht schon im Alter von 16 Jahren zu beenden und können im weiteren Verlauf ihrer Schulkarriere noch auf die Oberstufe wechseln.

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