Weihnachtsflohmarkt in der Goetheschule

Stöbern für den guten Zweck

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So ein Stapel Bücher ist ganz schön schwer, findet diese kleine Besucherin des Weihnachtsflohmarkts in der Goetheschule. - Foto: Jörger Goetheschule sammelt mit einem Flohmarkt Spenden für Partnerschule in Urubamba, Peru.

Dieburg - Mit einem Weihnachtsflohmarkt sammelte die Goetheschule Spenden für die Partnerschule in den peruanischen Anden. Von Lena Marie Jörger

Tassen, Christbaumschmuck und Kerzenleuchter türmen sich auf den Tischen, daneben stapeln sich Teller, gehäkelte Maiskolben und Plätzchenausstecher in Form der Kontinente. An einem anderen Stand werden Schals und Mützen aus peruanischer Alpakawolle angeboten.

Während es nach frisch gebackenen Waffeln duftet und Wham von „Last Christmas“ singen, tummeln sich zahlreiche Besucher auf dem Weihnachtsflohmarkt in der Aula der Goetheschule. Mit diesem wollen Schüler, Lehrer und Eltern Geld für die Partnerschule „Colegio Valle Sagrado“ in Urubamba, Peru, sammeln. „Eine tolle Sache“, findet Schulleiter Christof Maruschka.

„33 Euro zum Ersten“, ruft plötzlich eine Stimme ins Mikrofon. Es ist die von Bürgermeister Dr. Werner Thomas. Gemeinsam mit vier Schülerinnen steht er auf der Bühne und versteigert Kunstwerke, die die Neuntklässler im Stil der australischen Aborigines gemalt haben. Sie zeigen Eidechsen, Vögel oder geometrische Formen. „Dot painting“ nennt sich diese Art zu malen. Dabei werden mit Pinseln oder Wattestäbchen Punkte aus Acrylfarbe auf das Papier aufgetragen. Statt bunter Farben überwiegen Erdtöne und Weiß. „Seit September haben wir daran gearbeitet“, sagt eine Schülerin. Den Rathauschef, früher selbst Goetheschüler, freut’s: „Die Bilder sind von hohem künstlerischem Wert. Das ist eine tolle Sache.“ Kein Wunder, dass die Hände der Bieter in die Höhe schnellen. Auch der Erlös der versteigerten Bilder kommt der peruanischen Schule zu Gute.

Eine Tatsache, die Dr. Norbert Reis, Zahnarzt und Vorsitzender des Vereins „Zahnärzte helfen“ ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Er vermittelte einst den Kontakt zwischen den Schulen. „Für viele peruanische Kinder ist es ein Privileg, auf eine weiterführende Schule wie das Colegio Valle Sagrado zu gehen“, sagt Reis. „Mit dem Erlös des Flohmarkts wollen wir sie unterstützen. Von dem Geld können in Urubamba Bücher und Arbeitsmaterialien gekauft werden.“

Seit drei Jahren besteht die Partnerschaft und wird auch dank neuer Medien gepflegt. „Die Schüler kommunizieren regelmäßig über Skype miteinander“, sagt Karl Rupp, Lehrer und Initiator des Austauschs. Für das kommende Jahr ist auch schon ein Projekt in Planung: „Die Dieburger Schüler stellen in einem Film das Weltkulturerbe Grube Messel und die Schüler in Peru die Ruinenstadt Machu Picchu vor“, erklärt Rupp und ergänzt: „Auf Spanisch natürlich!“.

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