Grenzenlose Phantasie eines Universalgenies

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Martin Konietschke vor seinem Selbstportrait.

Dieburg (ves) ‐ „Fast ganz Dieburg hat sich anscheinend hier eingefunden“, scherzte Landrat Klaus Peter Schellhaas angesichts der großen Besucherzahl, die sich zurEröffnung der Sonderausstellung im Schloss Fechenbach versammelt hatte. In der Tat besaß die Eröffnung am Donnerstagabend einen besonderen Flair. Unter dem Titel „Unterwegs“ präsentiert der Künstler Martin Konietschke rund 60 verschiedene Exponate, darunter Zeichnungen, Gemälde sowie Plastiken.

Die Ausstellung wurde bewusst als Retrospektive angelegt, um den Besuchern einen Überblick von älteren bis hin zu neuen Werken zu bieten. Der Dieburger Künstler wurde vom Landkreis Darmstadt-Dieburg mit dem Georg-Christoph-Lichtenberg Preis 2009 ausgezeichnet. Dieser Preis wird alle zwei Jahre abwechselnd für Literatur und Kunst vergeben und ist mit 10 000 Euro und einer Ausstellung dotiert. Die Auszeichnung erhielt Konietschke für seine Arbeiten als Maler, Zeichner und Bildhauer. „Ich hatte Glück, mit meinem ersten Preisträger und zugleich wunderbaren Menschen viele Gespräche führen zu dürfen“, blickte der Landrat in seiner Begrüßungsrede zurück. Ein Vergleich, bei dem er Lichtenberg und Konietschke als Universalgenies bezeichnete, ließ am Donnerstagabend spontanen Applaus der Besucher aufbranden.

Der Preis bedeutet neben der Auszeichnung und der Förderung der Künstler auch ein Renommee, das man damit erwirbt“, so Schellhass. Er danke Konietschke, dass er dieses Renommee nach Dieburg gebracht hat. „Es ist für uns alle ein horizonterweiternder Abend“, erklärte der Landrat. Neben Schellhass hatten sich viele weitere Persönlichkeiten eingefunden, um den Künstler zu ehren und seine Werke zu bewundern.

„Es geht hier um die Bestätigung als Künstler“

Die Sonderausstellung ist bis zum 26. Januar geöffnet. Die Öffnungszeiten sind dienstags bis samstags 14 bis 17 Uhr sowie sonn- und feiertags von 11 bis 17 Uhr.

Der Pianist und gute Freund des Künstlers, Peter von Wienhardt, war nach seinem Konzert letzte Woche extra erneut nach Dieburg gereist, um der Eröffnung beizuwohnen und diese musikalisch zu untermalen. „Seine Phantasie in Wort und Bild ist grenzenlos“, lobte er Konietschke und verwies auf die Klarheit in seinen Bildern sowie die Poesie der literarischen Werke. Das Jurymitglied Dr. Christiane Klein, Kunsthistorikerin und Galeristin aus Darmstadt, nahm die Besucher mit auf eine gedankliche Reise durch das Atelier und beschrieb die verschiedenen Arbeiten des Künstlers sowie die atmosphärische Fülle der Räume. „Konietschke erspürt die Charaktere und zeigt dadurch das Leben in seiner Präsenz“, so Klein über die Portraitarbeiten des Malers.

Konietschke selbst äußerte sich in seiner natürlichen Art bescheiden über die Preisverleihung und die Ausstellung. „Es geht hier nicht um das Geld“, so Konietschke, „sondern um die Bestätigung als Künstler“. Er sei sich seiner selbst und seiner Arbeiten durch diese Ehrung sicherer geworden, Selbstzweifel würden in den Hintergrund gedrängt. Für viele verwunderlich, denn Konietschke ist allseits als fröhlicher Zeitgenosse bekannt. Aber als Künstler hat er auch die Schattenseiten des Daseins kennengelernt. Konietschkes Resümee: „Ich fühle mich unterwegs“. Gleichzeitig galt sein Dank seiner Frau Carmen, die ihm immer zur Seite stand. „Ich erreiche die Menschen mit meinen Werken“, freute sich Konietschke. „Nun kann ich mit Souveränität weitermachen“.

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