„De Guggugg“ amüsierte im Glöckelchen

Ourewäller Sex-Ratgeber

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„De Guggugg“ stellte den Ourewäller Sex-Ratgeber vor, der allerdings nur vier Seiten umfasst.

Groß-Zimmern - „De Guggugg“ hat nicht zu viel versprochen: Dem Thema seines Programms, „Frivoles aus dem Odenwald“, wurde er voll gerecht. Einen Streifzug durch die Geschichte kündigte Jürgen Poth alias „de Guggugg“ zu Beginn an und auch mit dieser Behauptung hatte er recht. Von Ulrike Bernauer

Nur in einem enttäuschte er die Zuhörer: „Ich tanze heute Abend nicht nackig auf der Bühne. “ Sonst allerdings kam das Publikum voll auf seine Kosten und erlebte am Samstagabend auf der Bühne des Glöckelchen eine ausgesprochen heitere Vorstellung.

„De Guggugg“ präsentierte beispielsweise den „Ourewäller Sex-Ratgeber, Ouleidung zum Bobbelsche-Mache“, der früher in den Läden an der Odenwälder Eisenbahn nur an besondere Kunden verkauft wurde. Besonders ausführlich war der Ratgeber allerdings nicht, auf vier Seiten und „schwach bebildert“ hatte er neben dem Titel, der verschämt „Rindviehzucht im Mittelgebirge“ hieß, nur die Anleitung „eneu“ und „eraus“ sowie „evenduell wirrerhole“ zu bieten. Auf jeden Fall sorgte das Werk für schallendes Gelächter.

Die Bandbreite war groß

Der Spachbrücker begann bei seiner Zeitreise aber viel früher. Auf einer Staffelei neben sich hatte er ein Foto eines Reliefs stehen. Darauf greift ein Mönch einer Nonne sehr eindeutig unter den Habit. Fundstelle der Deckenverzierung ist die Burg Breuberg. „Was kann es Eindeutigeres als Beweis dafür geben, als dass die Ourewäller schon früh nur an das Eine dachten?“, freute sich der Spachbrücker Liedermacher.

Sogar ein Lied aus Spachbrücken hatte er gefunden, das er aber gleich als musikalisch nicht sehr anspruchsvoll ankündigte. Auch textlich gehörte es nicht zu den Perlen des Programms, aber „de Guggugg“ wollte den unmittelbaren Heimatbezug. Den schuf er auch, als er gestand, dass einer seiner Vorfahren aus Groß-Zimmern kam. Auch wenn man früher eigentlich nur per Andeutung über Sexuelles gesprochen habe, „getan haben sie es doch, sonst wären wir alle heute nicht hier.“

Das Publikum amüsierte sich köstlich über die vielen Scherze des Spachbrückers, der nicht nur seine meist selbst geschriebenen Lieder vorstellte, sondern das Programm auch mit vielen Witzen würzte. Die Bandbreite vom Fritzchen bis zu Deutschlands bedeutendsten Schriftsteller Goethe war groß. Den Gästen gefiel, dass sie sich beteiligen konnten. Anhand ausgelegter Texte konnte bei fast allen Stücken der Refrain mitgesungen werden, wovon die meisten auch Gebrauch machten.

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