Grünen-Antrag abgelehnt

Keine Rückkehr zu Rechen und Besen bei Laubbeseitigung

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So sieht es nicht nur die Stadtverwaltung, auch die anderen Fraktionen erteilten dem Antrag der Grünen, auf den Einsatz von Laubbläsern zu verzichten, eine Absage.

Dieburg - Schon bevor der Punkt in der Stadtverordnetenversammlung zur Diskussion stand, machte er im Rundfunk die Runde: Die Dieburger Grünen wollten zur Schonung lärmgeplagter Bürger und der Ökologie auf den Einsatz von Laubbläsern durch städtische Bedienstete verzichten. Von Laura Hombach

Bis zu 115 Dezibel laut könnten solche Laubbläser sein, führte Sebastian Stöveken für die Grünen an, damit sei die Schmerzgrenze erreicht. Zudem machten die Grünen in ihrer Antragsbegründung auf die durch das Gebläse aufgewirbelten Schadstoffe sowie die schädlichen Auswirkungen auf Kleinstlebewesen aufmerksam. „Die ökologischen Vorteile überwiegen die ökonomischen“, so Stövekens Fazit.

Von den anderen Fraktionen wollte sich indes niemand dieser Bewertung anschließen. Zwar zeigten die Politiker durch die Bank Verständnis für die Problematik, bestätigten, dass es sich um ein sehr emotionales Thema handle, doch eine Rückkehr zu Rechen und Besen wollte außer   den   Grünen niemand.

Bürgermeister Dr. Werner Thomas wies darauf hin, dass der Einsatz von Laubbläsern auch arbeitsschutzrechtliche Gründe habe. Zudem bedeute der Einsatz dieses technischen Hilfsmittels eine enorme Arbeitserleichterung. Müsse das in der Stadt anfallende Laub per Hand eingesammelt werden, so müssten für die rund sechs Wochen der fallenden Blätter fünf Leute alleine für das Laubrechen abgestellt werden.

Laubbläser erleichtern Arbeit

Nachgerechnet hatte auch der CDU Fraktionsvorsitzende Renee Exner. Dank Einsatz von Laubbläsern könnten zwei Mitarbeiter in zwei Stunden soviel Laub beseitigen, wie früher acht Mitarbeiter in acht Stunden. Angesichts der großen vom Gartenamt betreuten Flächen, über 3 000 Bäumen und schrumpfender Personaldecke sei die Rückkehr zum Rechen nicht realisierbar, sprang Exner der Argumentation des Bürgermeisters bei.

Ihre Fraktion habe sich aufgrund des emotionalen Themas vorab auf keine einheitliche Linie festgelegt, jeder werde so abstimmen, wie er es für richtig halte, erklärte Gertrud Meyer-Sauerwein für die SPD. Sie stellte aber die Frage, ob es wirklich Aufgabe der Stadtverordneten sei, den zuständigen Ämtern vorzuschreiben, wie sie ihre Arbeit richtig zu tun haben oder ob man sich nicht auf das Urteil der Fachleute verlassen sollte.

Ohne technische Hilfsmittel geht es nicht, der Besen wird für die Feinarbeit eingesetzt.

Auch Herbert Nebels Hinweis, der Grünen-Antrag stoße auf große Zustimmung in der Bevölkerung, die genervt sei von diesen „Höllenmaschienen“ konnte nicht überzeugen. Mit einem Appell an die empfindsame Seite der Politiker kam der Grüne auch nicht weiter. Seine zur Verdeutlichung der Auswirkung von Laubbläsern auf die Tierwelt heraufbeschworene Vision eines infolge Laubbläsereinsatzes hilflos durch die Luft segelnden Hamsters traf eher auf das Zwerchfell, denn aufs Herz seiner Parlamentskollegen.

Dr. Albrecht Achilles (FDP) merkte an, dass es seiner Ansicht nach den Kleinstlebewesen in der Kompostierungsanlage ohnehin an den Kragen gehe, auch wenn das Laub vorher per Hand eingesammelt worden sei.

So waren am Ende der Diskussion nur noch die Grünen von ihrem Antrag überzeugt, alle anderen Fraktionen stimmten geschlossen gegen die Rückkehr zu alten - wenn auch eindeutig ruhigeren - Zeiten. Thomas hatte indes schon angekündigt, die alten Laubbläser peu à peu durch leisere Akkugeräte ersetzen zu wollen.

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