Grüner König sucht ein geschütztes Reich

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„Ein König sucht sein Reich“ - Die Aktion des NABU zum Schutz der Artenvielfalt wurde am Freitag an einer Plakatwand in der Aschaffenburger Straße vorgestellt. Da besondere Maßnahmen einer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen, symbolisierten Naturschützer mit grünen Anzügen den Laubfrosch, der in den nächsten drei Jahren mit rund 100 Projekten in Hessen gerettet werden soll.

Dieburg ‐ Auch wenn die Mitglieder des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) in ihren grünen Kostümen ausdrucksstark wirkten, kamen sie in ihren Hüpfeinlagen nicht ganz an die Eleganz des Originals, des Laubfroschs, heran. Die Natur ist eben einzigartig und besonders schützenswert. Von Michael Just

Am Freitagmorgen hatten die Naturschützer zu einer großen Plakatwand auf der Rückseite eines Lebensmittelmarktes in der Aschaffenburger Straße geladen. Unter dem Motto „Fast weg...“ zeigt die einen davonspringenden Laubfrosch, der auf seine gefährdete Art aufmerksam macht.

2010 ist das Unesco-Jahr der Biodiversität und aus diesem Grund will der NABU neben dem Klimawandel auch auf das zweite große Umweltdilemma der Gegenwart aufmerksam machen: „Es ist der galoppierende Rückgang der Artenvielfalt und die damit verbundenen Lebensräume“, so Gerhard Eppler, Vorsitzender des NABU-Hessen. Die Umweltschützer haben dafür eine Artenschutzkampagne entwickelt, die ganz speziell auf den Laubfrosch abzielt („Ein König sucht sein Reich“).

Erwarten eine verstärkte Artenschutzstrategie

In Plakataktionen soll der flinke Kletterkünstler in eindringlicher Form in den Mittelpunkt gerückt werden. Neben dem Laubfrosch gilt der Fokus zudem dem Apollo-Falter und dem Weißstorch. Eppler ist davon überzeugt, dass ein wirtschaftlich starkes Land wie die Bundesrepublik oder das Land Hessen eigentlich in der Lage sein müssten, gegen den Artenschwund etwas zu tun. „Wir erwarten deshalb eine verstärkte Artenschutzstrategie von der Politik“, so der NABU-Vertreter. Ein erster Schritt sei bereits erfolgt, indem man für diese Plakataktion die Unterstützung des Landes und damit der Stiftung Hessischer Naturschutz erhalten habe.

Noch größere Hoffnungen sind mit den rund 100 Projekten verbunden, die der NABU und das Land Hessen in den nächsten drei Jahren angehen wollen. Dass man für die PR-Aktion am Freitag ausgerechnet Dieburg auswählte, hat einen Grund: Während der Laubfrosch in vielen Landesteilen längst verschwunden ist, gibt es im Landkreis Darmstadt-Dieburg, so in Dieburg, Babenhausen, Münster und Hergershausen, noch einzelne Vorkommen.

So gelten diese Kommunen als „Laubfroschhauptstädte“. Insgesamt sollen in Hessen rund 800 Plakate (bundesweit 4700) Plakate die Aktion unterstützen und auch das ehrenamtliche Engagement im Naturschutz fördern.

Eppler hofft, dass sich die Menschen zum Erhalt der Artenvielfalt nicht nur auf die Umweltschutzorganisationen und die Politik verlassen. Jeder könne einen kleinen Beitrag leisten – wenn er nur wolle.

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