Für grüneres Bewusstsein

Dieburg (ves) ‐ „Jeder hat ein Eckchen vor seinem Haus, das bepflanzt werden könnte und wir hoffen, dass sich viele Bürger unserer Aktion anschließen werden“, begrüßte Barbara Selter-Weitzer die Anwesenden zur Auftaktveranstaltung des Projektes „Dieburg grünt und blüht“. „Die Erstellung eines Grünkonzepts ist eines unsere Stadtleitbildprojekte“, ergänzte Bürgermeister Dr. Werner Thomas.

So wurde die Idee dieser grünen Aktion geboren, zu der alle Dieburger Bürger aufgerufen sind. „Selbst als Mieter kann man einen Blumentopf vor seine Haustür stellen“, ist man sich einig. Angesprochen sind jedoch alle Einwohner Dieburgs: Eigentümer und Mieter, Vereine, Geschäftsleute, Firmen und Organisationen. „Krempeln sie die Ärmel hoch“, appellierte Selter-Weitzer.

Diplom-Ingenieurin Barbara Selter-Weitzer, die Landespflege studiert hat, und Peter Maack, Diplom Ingenieur für Garten- und Landschaftsbau, sind die Paten des Stadtleitbildprojekts „Grünkonzept“. Man hatte sich bewusst gegen einen Wettbewerb entschieden und setzt bei dieser Aktion lieber auf das gemeinsame Gestalten. So gibt es bereits Beispiele in der Innenstadt, wie unter anderem die Bücherinsel, die einen kleinen Bereich vor dem Geschäft begrünte oder auch die Blumenläden, die ihren Bereich schon von Haus aus farbig und dekorativ gestalten. Die beiden Paten stellen sich den Bürgern für Erstberatungsgespräche und Ideenaustausch gerne zur Verfügung. Das Projekt soll bis August 2011 gehen, die pflanzlichen Ergebnisse in einer Fotodokumentation ausgestellt werden.

Gleich konkrete Fragen zum Ablauf

Von den rund 25 Anwesenden, die sich zu der Veranstaltung eingefunden hatten, wurden gleich konkrete Fragen und auch weiterführende Vorschläge und Anregungen an die Adresse der Stadt gerichtet. Speziell in den engen Gassen der Altstadt ist kaum Platz vor dem Haus vorhanden.

Welche Möglichkeiten und Freiheiten habe ich hier, kann ich einfach eine Platte aus dem Gehweg entfernen?“, fragte ein Anwohner. Für diese grundsätzlichen Anfragen steht Ulrike Posselt im Rathaus als Ansprechpartnerin zur Verfügung. „In solchen Fällen wird zunächst Rücksprache mit dem Ordnungsamt gehalten“, erklärte sie.

Baumrückschnitte erscheinen völlig unnötig

Von mehreren Anwesenden wurde das Thema der Kreiselbepflanzung aufgegriffen. Gerade der Kreisel im Bereich der Aubergenviller Allee ist vielen Bewohnern ein Dorn im Auge und man erhofft sich seitens der Anwohner nun eine Gestaltung. „Versuche, den Grünstreifen zu begrünen, wurden bereits unternommen, leider hat die Stadt diesen wieder gemäht“, erklärte ein Teilnehmer. „Der neue Kreisel an der Römerhalle wird den Lions Club aus Groß-Umstadt als Paten erhalten“, berichtete Thomas, sowie auch der „Sauer-Kreisel“ bereits von der Firma Sauer betreut und bepflanzt wird.

Viele Anregungen wurden an den Bürgermeister gerichtet. Man wünschte sich von Seiten der Stadt ein System, das die zu bepflanzenden Grünanlagen beinhaltet und innerhalb dessen man Absprachen zur Bepflanzung vornehmen kann. Auch Kritik wurde geübt und auf verschiedene Aktionen verwiesen, die vielen unnötig erschienen, wie den Rückschnitt alter Bäume. Auch die immer wiederkehrende Verschmutzung diverser Pflanzenkübel wurde thematisiert und Befürchtungen geäußert. Andere Teilnehmer der Diskussionsrunde sahen jedoch die Möglichkeiten, sich privat zu engagieren und nahmen das Projekt positiv an. „Wir können das Bewusstsein der Mitbürger schärfen“, meinte ein Gewerbetreibender.

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