Gute Tropfen, gesellige Lieder

+
Chorleiter Dirk Schneider studiert mit den Besuchern und den Männersängern den Trinkspruch ein.

Dieburg - Sänger sind bekanntermaßen Weintrinker und damit wohl echte Kenner des Rebensaftes. Von Verena Scholze

Da der Kellersche Männergesangsverein Dieburg (KMGV) auch noch über ein reichhaltiges Repertoire an Weinliedern verfügt, lag die Idee einer musikalischen Weinprobe also buchstäblich auf der Hand – vielmehr auf der Zunge. Diese, während der Gesangsproben geborene Idee, Musik und Wein in einer Veranstaltung zu verbinden, musste ähnlich wie der Rebensaft erst einmal reifen und langsam Formen annehmen.

Der Sekt wird gereicht. Bei der musikalischen Weinprobe des KMGV am Freitag in der Römerhalle ging es spritzig zu.

Nun schritten die Herren des KMGV zur Tat, sprich zur Umsetzung und am Freitagabend war es soweit: In der Römerhalle erwartete die Besucher ein zweieinhalbstündiger Genuss für Gaumen und Ohr.

Thomas Rauschkolb, Winzer aus Wachenheim und Lieferant der Römerhalle, hatte eine Achter-Weinprobe zusammengestellt, welche eine kleine Auswahl der Rebsorten seines Weingutes darbot. Auf dem Programm standen liebliche, aber auch herbe Weine, begonnen jedoch hatte man mit einem perligen Sekt, mit dem man gemeinsam auf den schönen Abend anstieß.

„Ja, ja, der Wein“

Rauschkolb brachte den rund 130 Besuchern des „Weinstadls“ die Vorzüge einer jeden Rebensorte näher und erläuterte mit kurzen Worten den guten Tropfen.

Chorleiter Dirk Schneider hingegen war für die musikalische Zusammenstellung des Abends verantwortlich und wurde bereits im Vorfeld von seinen Sängern mit großem Dank für sein Engagement bedacht. Zur Eröffnung übte Schneider gemeinsam mit dem Publikum den Trinkspruch „Ja, ja, der Wein“ ein, den man im Laufe des Abends mehrfach gemeinsam erklingen ließ.

Die musikalische Eröffnung übernahm der Männerchor, der die bekannte Tatsache „In vino veritas“ besang. Gerwin Schmucker begleitete die Sänger am Akkordeon, steuerte mehrfach Instrumentaleinlagen bei und fragte sich schließlich gemeinsam mit den Besuchern „Warum ist es am Rhein so schön?“

Männerquartett

Passende, stimmungsvolle Lieder wie „Trink, trink, Brüderlein trink“, „Griechischer Wein“ oder „Kornblumenblau“ sollten das Publikum zum Mitsingen veranlassen. Und das ließ sich dann auch nicht lange bitten.

Als Solisten präsentierten Manfred Krämer, Helge John und Helmut Blüm Lieder wie „Man müsste noch mal zwanzig sein“ oder sinnierten darüber nach, was geschehen würde, „Wenn das Wasser im Rhein goldner Wein wär“. Zum Männerquartett wurde das Trio schließlich durch Adolf Christ. Und Dirigent Dirk Schneider hatte bei seiner musikalischen Gesangseinlage mit den „Folgen der Trunksucht“ zu kämpfen.

Zwischen den Weinproben servierte das Team der Römerhalle eine herzhafte Winzerplatte, die die wichtige Grundlage im Magen bildete. Abgerundet wurde der Abend durch Gedichte und Anekdoten rund um den Weingenuss sowie Rezitationen von Elisabeth Förster. Und zum musikalischen Abschluss wähnten sich die Männersänger „Im Weinparadies“.

Kommentare