Dieburg

Gutenbergschule: Abriss und Neubau statt Sanierung?

Die Parkplatznöte im Dieburger Schulzentrum Auf der Leer rund um die Gutenbergschule sind jetzt schon ein Problem: Wie aber wird die Situation erst, wenn im September der neue Agrarzweig, für den ein Neubau erstellt wird, in Betrieb geht und rund 350 angehende Floristen, Gärtner und Landwirte aus ganz Südhessen rund dazu kommen?

Dieburg (eha) - Viele Lösungen wurden angedacht, auch die Stadtverwaltung wurde um Mithilfe gebeten. Jetzt hat Kreissozialdezernent Christel Fleischmann einen Plan, der schlüssig scheint und einem Befreiungsschlag gleich käme: Die Gutenbergschule, in der derzeit 291 Kinder in zwölf Klassen unterrichtet werden, muss dringend saniert werden. Die Energiebilanz des rund 45 Jahre alten Gebäudes ist denkbar schlecht, zudem weist der Beton Schäden auf.

Inzwischen ist statt Sanierung ein Abriss samt Neubau im Wohngebiet Limbachsruh im Gespräch. Fleischmann rechnet vor: Ein Neubau an anderer Stelle wäre mit geschätzten 5,5 Millionen Euro Kosten nur 1,5 Millionen teurer als die Sanierung des alten Gebäudes.

Das freiwerdende Gelände könnte dann für weitere Parkplätze genutzt werden. Diese sind dringend nötig, denn „die Stellplätze sind eine Auflage der Baugenehmigung für die Agrartechnik“, verlautet aus der Kreispressestelle.

Falls die Schule am alten Ort verbliebe, müsste an ein Parkdeck gedacht werden, dessen Kosten auf rund zwei Millionen Euro geschätzt werden.

Unterdessen werden Gespräche mit privaten Grundstückseigentümern geführt, um an Gelände in der Limbachsruh heranzukommen. Daran ist auch Bürgermeister Dr. Werner Thomas beteiligt.

Der Bedarf für die neue Schule wird auf 5 000 bis 6 000 Quadratmeter geschätzt. So viel Fläche hat die Stadt dort nicht mehr in Besitz. Erste Verhandlungen mit einem Grundstückseigentümer führten wohl zu keinem Ergebnis, jetzt wird mit weiteren verhandelt. „Wir stehen in Gesprächen“, beantwortete Thomas kürzlich eine entsprechende Anfrage im Parlament. Sobald man sich mit den Eigentümern einig geworden sei, werde er Näheres bekannt geben. „Es gibt noch keine spruchreifen Ergebnisse“, heißt es auch beim Kreis.

Bestandteil der Verhandlungen zwischen Kreis und Stadt ist auch ein möglicher Grundstückstausch: die Fläche für einen „Gutenberg-Parkplatz“ gegen das Baugrundstück für die neue Schule.

Wie die genaueren Absprachen aussehen werden, muss im Detail geklärt werden. Jedenfalls ist Eile angesagt: Für Mittel aus dem Konjunkturprogramm der Bundesregierung muss mit dem Bau spätestens 2010 begonnen werden. Für die Zuwendung aus Hessenmitteln muss noch in diesem Jahr begonnen werden.

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