Gutenbergschule bleibt, wo sie ist

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Die Pavillons müssen weg: Sie machen Platz für den Neubau der Gutenbergschule.

Dieburg - Volle Kraft voraus hieß es für Dieburgs Parlamentarier bis Montagabend noch beim Thema Bau einer neuen Grundschule „Im Stickes“. Mit einer schnellen Entscheidung, die marode Gutenbergschule am Rande des Neubaugebietes „Limbachsruh“ neu entstehen zu lassen, wollten die Dieburger Politiker dem Kreis den Weg frei machen, um bei diesem Projekt aus den Sonderinvestitionsprogrammen von Bund und Land schöpfen zu können. Von Laura Hombach

Auch für den Bauausschuss, der am Montagabend zusammen kam, stand die „Grundschule im Stickes“ auf der Tagesordnung. Besorgte Anwohner saßen auf den Besucherplätzen und hatten ihre Bedenken gegen den geplanten Standort - etwa, dass die meisten Kinder im Neubaugebiet nicht mehr im Grundschulalter seien und die Gefährdung der dort lebenden Kinder durch erhöhte Verkehrsbelastung - in einem offenen Brief an die Fraktionsvorsitzenden, den Bürgermeister und die Presse im Vorfeld kund getan.

Doch bevor sich die Gemüter über das Für und Wider des neuen Baugebietes samt Grundschule und Sporthalle erregen konnten, verkündete Bürgermeister Dr. Werner Thomas eine komplette Kehrtwende: Die „Grundschule im Stickes“ ist vom Tisch, die Gutenbergschule wird auf dem Gelände der Gutenbergschule neu gebaut und erweitert, so der Bürgermeister.

Dieser überraschenden Nachricht war ein Gespräch zwischen dem Bürgermeister und Kreis-Schuldezernent Christel Fleischmann vorangegangen. Dabei hatte Fleischmann erklärt, dass der Kreis keinen Cent für die von der Stadt bereitgestellten Grundstücke „Im Stickes“ ausgeben wolle. Dann sei die Stadt nicht bereit, das Gelände zur Verfügung zu stellen, so die Antwort des Dieburger Verwaltungschefs.

Schließlich habe man sich auf die Lösung geeinigt, die von den Mitgliedern des Bauausschusses am Montagabend mit breiter Zustimmung zur Kenntnis genommen wurde: Die Gutenbergschule wird in unmittelbarer Nähe des alten Schulgebäudes, dort wo derzeit noch die Pavillons stehen, zweistöckig neu gebaut. Nach Fertigstellung und Umzug der Schüler wird das alte Schulgebäude abgerissen. Auf dem Gelände sollen dann die Parkplätze entstehen, die für die Schüler des neuen „grünen Zweigs“ an der Landrat-Gruber-Schule benötigt werden.

Zudem wäre auf dem Leer-Gelände, angrenzend an das bereits geplante Mehrzweckgebäude auch der Bau einer Zwei-Feld-Halle möglich, verkündete der sichtlich gut gelaunte Bürgermeister. Finanziert werden könnte diese durch das Sonderinvestitionsprogramm. Denkbar wäre nach Ansicht des Bürgermeisters auch ein Einzug der Stadtbibliothek in den ersten Stock dieses Mehrzweckgebäudes.

Ingrid Weng (FDP), die als Lehrerin der Gutenbergschule von den Plänen direkt betroffen ist, begrüßte die neuen Pläne, bezweifelte aber, dass für die Kinder von Anne-Frank- und Gutenbergschule angesichts des neu anzulegenden Parkplatzes noch genug Raum für einen Pausenhof bliebe. Eine Frage, die Thomas nicht beantworten konnte und auf den Schulträger verwies: „Der Kreis hält das für möglich.“ Auch aus den anderen Fraktionen gab es breite Zustimmung für den Verbleib der Gutenbergschule auf der Leer.

Die Überlegung, das Gebiet „Im Stickes“ auch ohne Grundschule und Sporthalle zum Baugebiet zu machen, wurde nur kurz angedacht. „Ein Baugebiet auszuweisen, verursacht erst einmal Kosten, deshalb sollten wir warten, bis sich die Haushaltslage wieder gebessert hat“,plädierte Andreas Will (Grüne). Wilhelm Reuscher (FDP) gab zu bedenken, dass in den nächsten Jahren das Campusgelände zu entwickeln sein werde und es auch noch zahlreiche Baulücken entlang der Aubergenviller Allee gebe. So endete die Diskussion zur „Grundschule im Stickes“ ganz anders als gedacht. Die Stadtverordneten werden sich mit der Thematik bei ihrer nächsten Sitzung am 26. März nun nicht mehr auseinander setzen müssen.

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