Mit guter Laune ins Jahr 2012

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Mit Böllern und Raketen starteten die Dieburger ins neue Jahr. Auch auf dem Marktplatz wurde gefeiert. Hier war vor allem die Jugend zu finden. Nicht alle begrüßten 2012 so friedlich wie dieses Quartett, das keine Scherben produzierte.

Dieburg - Auch die letzte große Bewährungsprobe in diesem Jahr hat die Römerhalle bestanden: Das Versprechen, die Dieburger „Gudd Stubb“ mit einer großen Silvesterparty gut „durchzurocken“, wurde eingehalten. Von Michael Just

Mehr als 700 Besucher wollten mit der erfolgreichen Cover-Band „Bee Flat“ ins neue Jahr feiern. Die einst bei einem Band-Contest des Hessischen Rundfunks ausgezeichneten Musiker trugen die Idee vor wenigen Monaten an Pächter Tobias Niestatek heran. „Es laufen derzeit wenig Partys. Wir wollten die Sache mal starten, die neue Halle bot sich dafür an“, so Bassist Stephan Kalup.

Dass „Bee Flat“ an Silvester spielt ist nicht neu. In Dieburg trat man zuvor aber noch nicht bei einem Jahreswechsel auf. So hatte sich die Band, deren Mitglieder mehrheitlich aus Dieburg und Münster kommen, eine Menge für ihr Heimspiel vorgenommen. Dabei bot sie die gesamte Stärke auf, die sie mit eigenem „Personal“ sowie befreundeten Musikern und Sängern zu bieten hat. Zum Teil standen 16 Personen auf der Bühne, um ein Feuerwerk aus Soul, „Funk & Roll“ oder Partymusik zu entzünden. Sogar ein separater Percussionist und ein Hintergrund-Chor wurden engagiert. Wenige Minuten vor Mitternacht zeigte eine herunter gefahrene Leinwand den Countdown an. Mit einer eigens einstudierten Musiknummer zählte die Band die letzten Sekunden zusammen mit den Gästen runter. Danach gab es Gelegenheit zum Anstoßen und zum Blick in den vom Feuerwerk erleuchteten Nachthimmel.

Veranstaltung für alle Generationen

Unterm Strich präsentierte sich der Abend als eine Veranstaltung für alle Generationen. Lediglich das ganz junge Publikum blieb aus: „Meinem 16-jährigen Sohn waren die 16 Euro Eintritt zu teuer“, sagte eine Mutter. Obwohl vor der Bühne reichlich getanzt wurde und die Laune im Saal gut schien, geizte eine Reihe von Besuchern nicht mit Verbesserungsvorschlägen: „Um mit Menschen in Kontakt zu kommen, ist es viel zu dunkel“, sagte eine Frau. „Das ist ein Hauch von Nichts“, kritisierte ein anderer, dass Party-Deko fehle. „Nur bunte Lichter reichen nicht aus“, sagte ein anderern mit Blick auf die hellen, kargen Wände. „Wenigstens ein paar Luftballons und Luftschlangen hätte man hinhängen können.“

Andere wähnten sich auf einer Ü-30 Party oder durch das dezente und seriöse Auftreten vieler Gäste im Kreis von lauter Bankkaufleuten. An letzterer Aussage war nur soviel wahr, dass die Stimmung zu Beginn nicht gleich den Siedepunkt erreichte. Wie eine Frau treffend sagte, sei eine öffentliche Silvesterparty stets ein schwieriges Unterfangen: „Die meisten kommen doch mit sehr großen Erwartungen.“

„Wir haben uns bewusst auf Cocktails konzentriert“

Viele Kritikpunkte konnte Tobias Niestatek entschärfen: So hatte eine Besucherin die Bestuhlung der Halle vermisst und mehr Stehtische gefordert. „Mit Sitzgelegenheit hätten wir aus versicherungstechnischen Gründen nur ein Bruchteil der Leute reingekriegt“, so die Antwort. Schwieriger war da schon die Enttäuschung einiger Frauen zu entkräften, dass es keinen Weiß- oder Rotwein gab. Niestatek: „Wir haben uns bewusst auf Cocktails konzentriert.“ Dazu wolle man sich nicht verzetteln: So seien jüngst bei einer Veranstaltung Hütchen vermisst worden. „Die haben wir diesmal, die gehen aber gar nicht“, berichtete der Gastronom. Trotz einiger Kritik gab es aber auch viele zufriedene Gesichter, so wie das von Susan Künzig (44): „Die Musik ist gut, dazu gibt es ältere und jüngere Gäste. Die Mischung macht’s“, konstatierte die Dieburgerin.

Dass sie den Abend genoss und für gut hieß, sei - wie sie sagt - auch Einstellungssache: „Ich hatte keine übertriebene Erwartungshaltung, mit der andere vielleicht hergekommen sind.“ Die positive wie negative Kritik nimmt Römerhallen-Pächter Tobias Niestatek auf und sieht den Auftritt von „Bee Flat“ als Grundlage: „Es gibt in Zukunft auf jeden Fall weitere Partys. Das wird schon in diesem Sommer der Fall sein. Dafür werden wir erneut unser Bestes geben.“

Quelle: op-online.de

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