Haarige Zeiten im Friseursalon

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Zwei Generationen, ein Betrieb: Detlef, Christina, Marlies und Josef Faust (von links) feiern das 50. Bestehens ihres Friseursalons in der Altstadt 8.

Dieburg - (ula)  Dass es auf der menschlichen DNA ein Friseur-Gen gibt, ist wissenschaftlich nicht belegt. Die Geschichte der Familie Faust könnte die These jedoch durchaus beweisen.

Seit rund 250 Jahren wird der Friseurberuf in der Faust-Sippe von Generation zu Generation weitergegeben. Bereits anno 1669 hatte sich ein Faustscher Ahne dem Barbierhandwerk verschrieben – inzwischen wird das Handwerk von Friseurmeister Detlef Faust in achter Generation ausgeübt.

Auch der moderne Betrieb in Dieburgs idyllischer Altstadt begeht einen runden Geburtstag: Am Montag wurde das 50-jährige Geschäftsjubiläum des Salons im Kreis von Freunden, Kunden, Kollegen und dem ganzen Team gefeiert. Klaus Nennhuber, Vizepräsident der Handwerkskammer Rhein-Main, überreichte den Inhabern Christina und Detlef Faust zum Jubiläum die Ehrenurkunde der Innung. Gegründet wurde der Salon von Seniorchef Josef Faust und Ehefrau Marlies. „Wir haben uns natürlich im Friseursalon kennen gelernt“, schmunzelte Josef Faust, beide waren im gleichen Lehrbetrieb beschäftigt. Frisch verlobt wagten sie den Schritt in die Unabhängigkeit: Gemeinsam bauten sie 1969 das Geschäft auf, einige Wochen später wurde geheiratet.

Junior Detlef trat in die Fußstapfen der Eltern: Auch er lernte im Betrieb seine „Zukünftige“ kennen und lieben. Seit 1992 führt der Junior mit seiner Frau Christina den Meisterbetrieb fort und hat für zahlreiche Modernisierungen gesorgt. Zwei Jahre zuvor hatte Detlef Faust erfolgreich „seinen Meister gemacht“ und steht als Innungsobermeister seit Jahren der Region Dieburg-Erbach mit rund 80 Betrieben vor.

Das Bild des Friseurhandwerks habe sich gründlich gewandelt, so Seniorchef Josef Faust. „Mein Großvater Christoph hat noch Knochenbrüche eingerichtet und Zähne gezogen“, erläutert er und zeigt die „historischen Werkzeuge“, die zurzeit im Schaufenster ausgestellt sind. Nun ja, den ein oder anderen Milchzahn habe er damit auch noch erfolgreich entfernt, bekennt er verschmitzt.

Die Vorfahren waren Bader, Heilgehilfen und Barbiere

Die Ahnen übten ein Handwerk auf breiter Basis aus: Als Bader, Heilgehilfen und Barbiere entfernten sie Backenzähne, schnitten Haare und verhalfen Kindern auf die Welt. Im Faustschen Familienwappen hat die Barbierschale daher auch einen zentralen Platz. Josef und Marlies Faust verlagerten ihre Kunst auf den haarigen Teil des Kopfes. Bereits nach 25 Jahren haben sie ihr Unternehmen modernisiert.

Heute versteht sich das Faustteam als moderner Dienstleistungs- und Ausbildungsbetrieb (55 junge Menschen lernten hier bereits). Im Jahr 2000 wurden die Geschäftsräume nochmals modernisiert, um Kunden ein optimales Wohlfühl-Ambiente zu bieten. Neben dem konventionellen Angebot des Friseurbetriebs werden Kunden mit Gesichtsmassagen, Permanent-Make-up und dem Pflegeprogramm der Kosmetikerin Christina Faust verwöhnt.

Dass die Tradition des Familienunternehmens weitergeführt wird, daran hat im Salon niemand Zweifel. Detlef und Christina Faust hoffen auf einen talentierten Sprössling: Manuel Faust, elf Jahre jung, hat bereits die erste Dauerwelle gewickelt.

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