Tosender Applaus für das (be-)sinnliche Weihnachtskonzert von „QuerBeat“ in der Römerhalle

Da hätte Santa seinen Spaß gehabt

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Ein etwas anderes Weihnachtskonzert bot „QuerBeat“ in der Römerhalle. Hier geht die Rapversion von „Morgen Kinder wird’s was geben“ über die Bühne.

Dieburg - Als der Frauenchor „QuerBeat“ vor einem Jahr sein Weihnachtskonzert „Santas Rocking Ladies“ im Schloss Fechenbach aufführte, war der kleine Saal zum Bersten gefüllt - und das Publikum begeistert. Von Fabian Sell

Bereits am Konzertende formulierte Stefan Blank, Untersützer des Chores, dann das optimistische Ziel: „Nächstes Jahr machen wir die Römerhalle voll."

Gleichwohl sie sich nicht sicher waren, ob dies auch klappt – als die zehn Sängerinnen am Samstagabend die Bühne in der Römerhalle betraten, standen sie vor lückenlos besetzten Stühlen. Den familiären Mantel der heimeligen Enge, den das Konzert im Schloss Fechenbach noch umgab, konnten sie nun ablegen, um ihr größtenteils gleichgebliebenes Programm einem großen Publikum zu präsentieren.

Sanft und gemächlich beginnen sie abermals mit „Leise rieselt der Schnee“, zeigen mit dem als Polonaise vorgeführten „Rudolph, das kleine Rentier“ und „Rockin’ around the Christmas Tree“ jedoch so gleich, dass dieser Abend nicht der Schwermut gehören soll. Eben dies kommt auch beim Publikum an, aus dem Zustimmungsrufe ertönen.

Melodie der Tagesschau

Zu „Weihnachtspotpourri“, einer Mischung bekannter Weihnachtsklassiker, reihen sie sich um den pechschwarzen Flügel ihres Dirigenten Werner Utmelleki, um wieder nachdenkliche Töne anzuschlagen.

Neben der Brühne flackert indessen ein künstliches Kaminfeuer – per Computer auf eine Leinwand projiziert. Alsbald wird diese Geruhsamkeit jedoch von der Melodie der Tagesschau jäh unterbrochen. Zwei Sängerinnen stehen vor einem mit schwarzen Vorhang verdeckten Kasten. Der fallende Stoff enthüllt nun das Gesicht von Bürgermeister Dr. Werner Thomas. Hinter einer Fernseh-Attrappe sitzend imitiert er einen Nachrichtensprecher, trägt im nüchternen Tonfall fiktive Katastrophenmeldungen vor – immer wieder ertönt Lachen aus dem Publikum.

Die Pause kommt. Überraschungsgast Dr. Werner Thomas verteilt Süßigkeiten – jedoch nur für die Frauen. Begründung: Die Männer haben bei „Jingle Bell Rock“ zuvor schon genug zu sehen bekommen.

Menschenleere Bühne

Nichts zu sehen haben die Zuschauer allerdings erst einmal nach der Pause: Der Vorhang geht auf – die Bühne bleibt menschenleer. Man sieht lediglich einen Adventkskalender, einen hell erleuchtendem Weihnachtsbaum und ein hölzernes Rentier, dessen rote Nase unaufhörlich blinkt. Das Publikum wartet kurz und beginnt dann auffordernd zu klatschen. Einen Augenblick später kündigt das klackernde Geräusch von Absätzen die Sängerinnen an: Sie stellen sich an verschiedenen Stellen auf und lassen die Glocken, die sie in ihren Händen halten, erklingen: Es ist die Instrumentalversion von „Kling, Glöckchen, klingelingeling“ – wie vor einem Jahr im kleinen Saal des Schlosses Fechenbachs.

Doch diesmal entfaltet sich der helle Klang in der Weite der Römerhalle und jedes abermalige Klingeln ertönt aus einem anderen Winkel des Raumes. Als die letzte Glocke verklingt, setzt tosender Applaus ein.

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