Ja zur Halle, aber mit Bauchweh

Dieburg -  „Uns fehlt die Visualisierung, das Modell“, sagte Ferdinand Böhm (SPD) - und bei dieser Kritik an der „Katze im Sack“ konnten ihm viele Stadtverordnete folgen. Dennoch hat das Parlament am Montagabend bei zwei Gegenstimmen von der CDU (Peter Christ und Ronald Gabele) der Genehmigungsplanung für die neue Ludwigshalle zugestimmt. Damit kann Architekt Tilman Lange den Bauantrag einreichen. Von Lisa Hager

Insgesamt war der Diskussion teilweise Unbehagen über den „Point of no return“, wie es Böhm ausdrückte, anzumerken. Wieder einmal ging es um die inzwischen um sieben Prozent auf 5,4 Millionen Euro gestiegenen Kosten. Allerdings waren sich die Sprecher aller Fraktionen klar darüber, dass es keine Umkehr von dem Hallenprojekt mehr geben könne.

Lesen Sie dazu auch:

Stadthalle: Angst vor der "Katz´im Sack"

CDU-Fraktionsvorsitzender Markus Oberhuber erinnerte daran, dass man - „an diesem Meilenstein angekommen“ - mit der vorgelegten Planung doch die wesentlichen Ziele erreicht habe. Das seien etwa die mindestens 500 Sitzplätze, die multifunktionale Bühne, die Hallentrennungsmöglichkeit und die Beteiligung der Bürger und Vereine gewesen.

„Es hat uns beruhigt, dass der Architekt gesagt hat, dass es immerhin eine einfache bis mittlere Ausstattung geben soll“,so Oberhuber. Mit der Hoffnung, eventuell die gestiegenen Kosten wieder einsparen zu können, löste er allerdings Heiterkeit aus. „Das wäre das erste öffentliche Gebäude, das Bauprojekt billiger wird als geplant“,entgegnete Böhm. Auch das notwendige Verlegen des Hänisgrabens (600 000 Euro) und der Bau der Zufahrten sei im Kostenpaket ursprünglich nicht enthalten gewesen.

„Auch wir wollen die Halle“,bekräftige Andreas Will (Grüne) die Marschrichtung. „Wir bezweifeln nur, dass das Geld reicht.“Dass es keine Abweichung von den jetzt vorgelegten Gesamtkosten geben dürfe, müsse die höchste Vorgabe an den Planer sein. Eine ständige Kostenkontrolle und die entsprechende Information über den Magistrat wurde dann auch von der großen Mehrheit beschlossen.

Erneut ging es um die Frage, ob die Stadt bei der Halle mit der Mehrwertsteuer belastet werde. Dabei steht immerhin die runde Summe von einer Million Euro im Raum. Dazu erklärte Bürgermeister Dr. Werner Thomas, dass die Halle beim Finanzamt als Gewerbebetrieb angemeldet worden und kein Widerspruch gekommen sei. Eine Prüfung nach fünf Jahren ergebe dann, ob die Absicht, mit der Halle Gewinne zu erzielen, auch erreicht worden sei. Dann falle keine Mehrwertsteuer an.

Um diesem Ziel möglichst nahe zu kommen, wurde die Verwaltung beauftragt, sofort mit der Entwicklung eines Betriebskonzepts für die Halle zu beginnen.

Und damit sich endlich alle mehr unter der „Neuen Ludwigshalle“ vorstellen können, wurde der Architekt beauftragt, den Stadtverordneten demnächst eine 3-D-Animation über die Außenansicht und die Innenausstattung vorzuführen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare