Halle fährt auf zwei Gleisen

Dieburg ‐  Zweigleisig will die Mehrheit von CDU/FDP und UWD bei Betrieb und Vermarktung der Stadthalle fahren: Die neue „Gudd Stubb“ soll als Regiebetrieb der Stadt unter aktiver Einbeziehung des künftigen Pächters geführt werden. Von Lisa Hager

Diese von der Mehrheit gegen die Stimmen von SPD und Grüne beschlossene Mischform soll vor allem eins: Kosten sparen. Wenn der noch zu findende Pächter nämlich - wie gewünscht - das Marketing übernimmt, werde die vom Magistrat ursprünglich dafür vorgesehene neue Stelle (jährliche Kosten 60 000 Euro) im Rathaus nicht benötigt - dieser Meinung zumindest sind die Befürworter dieser Lösung.

Nach dem Beschluss ist die Stadt, die laut CDU-Fraktionsvorsitzendem Markus Oberhuber die „volle Verantwortung“ übernimmt, für Verwaltung und Betrieb der Halle samt Technik und Hausmeistertätigkeiten zuständig. Sie behält sich die Hoheit über die Belegung des großen Saals vor. Der Pächter der Gaststätte und der Nebenräume soll sich dazu noch um die Vermarktung und die Belegung mit Veranstaltungen kümmern. Schließlich müsse er ein ureigenes Interesse an möglichst vielen Aktivitäten in der Halle haben, um über die Bewirtung sein Geld zu verdienen, argumentierten CDU und FDP.

SPD und Grüne kritisieren Konzept von CDU/ FDP

Die Grünen äußerten ebenso wie die SPD große Zweifel an der „Abgrenzung der Kompetenzen“. Und zudem sei doch der Pächter kein „Samariter, über dem auch noch das Damoklesschwert der möglichen Kündigung“ hänge, meinte Grünen-Sprecher Herbert Nebel.

Ferdinand Böhm (SPD) sprach gar von „absurdem Theater“, das ihm in dieser Debatte geboten werde. In Groß-Umstadt seien etliche städtische Mitarbeiter mit dem Management der Hallen betraut worden, nachdem eine Auslagerung schief gegangen sei. Und hier in Dieburg „soll es der Hausmeister machen“, meinte er kopfschüttelnd.

Auch der Bürgermeister hegt Zweifel

Auch Bürgermeister Dr. Werner Thomas äußerte Zweifel an der Realisierbarkeit des beschlossenen Konzepts. „Das Management einer solchen Halle fordert hundertprozentigen Einsatz“, warf er ein. Allerdings verdiene es die Lösung dennoch ausprobiert zu werden.

Falls es nicht klappe, könne man ja immer noch über die Einstellung eines Mitarbeiters nachdenken, räumte Wilhelm Reuscher (FDP) ein.

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