Wassersportverein kalkuliert mit Kostendeckung

Hallenbad für 7,3 Millionen

Dieburg - Wichtige Tage für den Wassersportverein und die wöchentlich 2 000 Nutzer aus Dieburg und dem Umkreis: Bis Donnerstag soll der Neubau des Dieburger Hallenbads große Schritte weiterkommen. Von Jens Dörr 

Letztmals vor der Sommerpause tritt am Donnerstag, 21. Juni, das Stadtparlament zusammen: Es soll dem Wasserportverein (WSV) in mehrfacher Hinsicht seine Unterstützung bei dem Großprojekt zusichern. Zwei Tage zuvor (19. Juni) berät der Schwimmbad-Ausschuss. Der Stadt Dieburg wurde seitens des Vereins inzwischen eine neunseitige Kostenkalkulation vorgelegt. Das neue Hallenbad soll 7,3 Millionen Euro kosten, jährlich zunächst aber mindestens mit einer schwarzen Null über die Runden kommen.

Weil die öffentliche Hand letztlich nicht dazu bereit war, in Dieburg einen Ersatzbau für das Ende 2019 wegfallende WSV-Hallenbad am Campus selbst zu errichten, tritt der 200 Mitglieder große Wassersportverein als Bauherr auf. Standort des neuen Bads soll neben dem Freibad sein, grob in jener Ecke, in der heute das Beachvolleyball-Feld zu finden ist. Nach entsprechendem Votum der WSV-Mitglieder ließ der Verein in den vergangenen drei Monaten die bisherigen Planungen für die „große Lösung“ (insbesondere mit einem wettkampftauglichen Hauptbecken samt sechs 25-Meter-Bahnen sowie einem höhenverstellbaren Lehrbecken) überarbeiten und den Betrieb neu kalkulieren. Resultat laut WSV-Vorsitzendem Klaus Schulte: Die Gesamtkosten lägen bei 7,3 Millionen Euro, der Betrieb sei kostendeckend zu stemmen.

Zur Finanzierung müsse der Verein Schulte zufolge einen Kredit in Höhe von 4,3 Millionen Euro aufnehmen, den der Kreis Darmstadt-Dieburg über eine Bürgschaft absichern soll und dazu auch bereit ist. Das Bauwerk mit Konstruktion, technischen Anlagen und Baunebenkosten würde der Verein bezahlen, dafür aber auch Zuschüsse und Spenden verwenden. Die Ausstattung soll ebenfalls aus eigener Tasche sowie über Spenden und Sponsoring finanziert werden. Das Grundstück, dessen Erschließung sowie die Gestaltung der Außenanlagen soll die Stadt liefern, was ebenfalls als wahrscheinlich gilt.

Darüber, quasi als Grundlage für alles Weitere, soll kommenden Donnerstag das Parlament entscheiden. Sowohl für den 19. als auch den 21. Juni hat der WSV seine Mitglieder und alle Hallenbad-Nutzer dazu aufgerufen, vor den jeweiligen Sitzungen am Rathaus Präsenz zu zeigen (19 Uhr, die Sitzungen beginnen je um 19.30 Uhr). Schulte teilt unterdessen mit, dass der WSV eine Anmeldung für das Förderprogramm SWIM des Landes Hessen gestellt hat. Diese muss jetzt von Stadt und Kreis befürwortet werden. Nach Eingang im Innenministerium wird der Referent den Landrat, den Bürgermeister und den Vereinsvorsitzenden einladen, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

Bei einem Treffen mit den derzeitigen Hallenbad-Mietern erhielt der WSV vorige Woche zudem Signale, dass die Mieter eine Mieterhöhung und eine Kostensteigerung durch die geplante Verlängerung der Saison mittragen würden. Ebenso besteht Interesse an einer stärkeren Nutzung des neuen Sportbades. Die ersten Mieter haben dies durch schriftliche Absichtserklärungen dokumentiert. Am Donnerstagabend trafen sich WSV-Mitglieder in der Römerhalle und erklärten sich bereit, ihren Beitrag zum Gelingen des Projekts zu leisten. All das stimmt WSV-Frontmann Klaus Schulte positiv, dass es etwas wird mit dem neuen Hallenbad in Dieburg: „Aus dem Innenministerium und dem Landkreis kommen sehr positive Signale“, sagt er. „Das Projekt wird als Vorbild für den effektiven Umgang mit Fördermitteln zur Sicherung des Schul- und Vereinsschwimmsports dienen. Jetzt ist die Stadt gefragt, ebenfalls positive Signale zu geben.“ Danach könne man an die europaweite Ausschreibung gehen. Im Optimalfall könnte das neue Bad zur Hallensaison 2020/21 eingeweiht werden.

Rubriklistenbild: © dpa

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