Hans-Peter Backhus vermutet seine Sommerliebe in Dieburg

Ein Leben lang unvergessen

Ein Bild von Hertha Ende der 50er Jahre. Foto: p

Dieburg - Das Leben hält viele, oft nur kurze Begegnungen mit anderen Menschen parat. Manche Bekanntschaft zwischen Mann und Frau bleibt aber ein Leben lang unvergessen, und man fragt sich regelmäßig, was wohl aus dem Kontakt von damals geworden ist. Von Michael Just 

„Dieburg“, lautet die letzte Information, die Hans-Peter Backus über eine junge Frau besitzt, die vor mehr als fünf Jahrzehnten seine Ferienliebe war. Hans-Peter Backus ist Westfale und wohnt in Geldern am Niederrhein. Als Jugendlicher verbrachte der heute 70-Jährige seine Ferien regelmäßig in Sandbach-Breuberg, wo Onkel und Tante eine Gaststätte besaßen und sich über den Besuch des Neffen freuten. Wie alte Schwarz-Weiß-Fotos aus den Jahren 1958 bis 1960 belegen, genoss der Teenager die schulfreie Zeit im schönen Odenwald am Fuße der Burg.

Auf einem Bild ist auch eine junge Frau ist zu erkennen: Lächelnd, fast ein bisschen schüchtern, neigt sie den Oberkörper zur Seite, um Bewegung ins Bild zu bringen und einen besonderen Moment auszudrücken. Es ist Hertha, die damals in der Nachbarschaft des Onkels wohnte und deren Eltern ein Maler- und Weißbindergeschäft betrieben. „Wir haben uns ein paar Jahre immer in den Ferien gesehen. Ich habe ihr sogar das Schwimmen beigebracht“, berichtet der Ruheständler 55 Jahre später über eine unbeschwerte Zeit. Zu Weihnachten und zum Geburtstag wurden selbstverständlich Briefe und Karten geschrieben. Doch die 350 Kilometer, die zwischen beiden Wohnorten lagen, machten sich irgendwann bemerkbar, und der Kontakt riss ab. Andere Partner traten auf beiden Seiten ins Leben, die im Fall von Hans-Peter Backus auch das „Ja-Wort“ und Kinder bedeuteten. „Trotzdem ist eine Sache im Leben gewiss. Die erste Liebe vergisst man nie“, sagt er.

Hans-Peter Backhus als junger Mann. Foto: p

Jetzt im Alter, wenn der Blick verstärkt zurück auf das Leben fällt, ist bei ihm eine Frage besonders präsent: „Was ist wohl aus Hertha geworden?“ Für den ehemaligen Bäcker wäre es interessant und schön, etwas über seine einstige Sommerliebe zu erfahren. Das hängt auch damit zusammen, dass Backus‘ Neffe, Andreas Heun, in Dieburg wohnt. Von hier aus ist es bekanntermaßen nur ein Katzensprung zum Breuberg. Vor wenigen Jahren fragte Backus in Sandbach nach, ob jemand Informationen hat, wie der weitere Lebensweg von Hertha verlief. Er erfuhr, dass die junge Frau, die wie ihr Vater den Maler- und Weißbinder-Beruf erlernte, irgendwann nach Dieburg zog. Dort habe sie wohl auch geheiratet. Eine Adresse oder weiterführende Angaben hatte man aber nicht parat.

Seit einiger Zeit hilft Andreas Heun seinem Onkel verstärkt, die Person zu finden, mit der so viele schöne Erinnerungen verbunden sind. Bisher gestaltet sich die Suche als schwierig, denn Herthas früherer Familienname hat sich Backus über den langen Zeitraum nicht behalten. Und auch der Nachname des Mannes, den die Gesuchte in der Gersprenzstadt geheiratet haben soll, liegt nicht vor. Lediglich mit ihrem Vornamen, einer aktuellen Altersangabe von um die 70 sowie einem Foto von damals wenden sich Andreas Heun und sein Onkel in diesem Artikel an die Leser des Dieburger Anzeigers und fragen, ob jemand etwas über den Aufenthaltsort von Hertha weiß. Vielleicht liest sie auch selbst die Zeilen, die hier geschrieben stehen.

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Hans-Peter Backus geht fest davon aus, dass seine Jugendliebe noch lebt. Ein Wiedersehen nach 55 Jahren wäre für ihn fast eine kleine Sensation und ein Moment, der von großen Emotionen erfüllt wäre. Auch wenn die damaligen Lebensumstände des Westfalen und der Hessin keinen gemeinsamen Lebensweg zuließen, wird die Sommerliebe der späten 50er-Jahre immer ein Eckchen im Herzen von Backus einnehmen. Wer das Herzblatt seiner Jugendtage näher kennt oder weiß, wer gemeint ist, kann sich an Andreas Heun (Tel. 06071/6343240) wenden. Die Freude wäre wohl riesig, wenn der seinem Onkel die Nachricht weiterleiten könnte, dass er Hertha gefunden hat.

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