Harmonische Töne statt Wahlkampf

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Viele, viele kamen: Der Konzertsaal im Schloss Fechenbach platzte gestern Nachmittag beim Neujahrsempfang der Stadt aus allen Nähten.

Dieburg ‐  Auch der Nieselregen hielt die Dieburger gestern Nachmittag nicht davon ab, sich zum Neujahrsempfang der Stadt ins Schloss Fechenbach zu begeben. Von Lisa Hager

Und so standen die Redner der Veranstaltung, Bürgermeister Dr. Werner Thomas und Stadtverordnetenvorsteher Dr. Harald Schöning, vor hunderten interessierter Bürger im prall besetzten großen Saal. Vom langsam auf Touren kommenden Wahlkampf - schließen bewerben sich beide um den Posten des Stadtoberhaupt - war in den Worten nichts zu spüren. Harmonische Töne bestimmten die Veranstaltung.

Hatte auch ein Gläschen Neujahrssekt vor sich: Bürgermeister Dr. Werner Thomas bei seiner Rede.

Schöning stellte seine Rede unter das Motto „Der beste Weg in die Zukunft zu schauen, ist, sie zu gestalten“ und zog einen roten Faden von den „Stuttgart-21-Wutbürgern“ bis zu den Dieburgern, die andere Wege fänden, um ihre Interessen durchzusetzen. Ein gutes Beispiel sei die Fertigstellung des Tunnels in diesem Jahr. Schließlich habe der erste Bürgerentscheid Hessens diese Großbaumaßnahme ausgelöst. Die Kommunalpolitiker seien auf den Einsatz und das Engagement der Bürger angewiesen, so Schöning. Und so dankte er stellvertretend für viele andere Gruppen den Kandidaten, die bereit seien, sich zur Kommunalwahl aufstellen zu lassen. Allerdings dürfe sich auch die Stadt nicht aus der Verantwortung stehlen, sagte er. Sie müsse bezahlbaren Wohnraum anbieten, für Kinderbetreuung sorgen, Kultur, Sport und Vereinsleben fördern.

Bürgerengagement war das große Thema von Stadtoberhaupt Thomas. Zuerst dankte er den Mitarbeitern des Bauhofs und des Gartenamtes, die während der vergangenen Schneechaos-Wochen unermüdlich im Einsatz gewesen seien.

Jugendarbeit nicht vernachlässigen

Stieß mit den Dieburgern aufs neue Jahr an: Stadtverordnetenvorsteher Dr. Harald Schöning.

„Wir brauchen Menschen, die sich einfühlen, mit anderen mitfühlen“, leitete er dann auf sein Thema über. Da seien beispielsweise die Mitarbeiter der Notfallseelsorge exemplarisch zu nennen, die ihre schwere Arbeit ehrenamtlich leisteten. Er warnte davor, die Jugendarbeit von Vereinen und Feuerwehr zu vernachlässigen. Das habe man später mit weitaus größeren Kosten für Jugendsozialarbeit zu bezahlen, zeigte er die wichtigen Präventionsaufgaben dieser Organisationen auf. Auf die anstehenden Wahlen wollte er an dieser Stelle nicht eingehen. „Das müssen Sie selbst entscheiden, wo Sie Ihr Kreuzchen machen“, sagte er. Insgesamt wäre die Zusammenarbeit mit Stadtverordnetenversammlung und Magistrat gut gewesen. „Auch wenn ich manchmal das Gefühl hatte, von einem Kaktus gestreichelt zu werden“, räumte er augenzwinkernd ein. Es sei aber nie persönlich oder gar beleidigend geworden. Und der Empfang endete mit harmonischen Tönen wie er begonnen hatte: Thomas ließ es sich nicht nehmen, das neue Jahr mit einem selbst verfassten Lied unter Begleitung von Werner Utmeleki zu begrüßen.

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