Hartz-IV-Empfänger halten den Spiegel vor

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Wer kennt ihn nicht, den inneren Schweinehund (vorne im Bild, dargestellt von einem professionellen Schauspieler), der einem das Leben richtig zur Hölle machen kann? Doch kreativ sein, Theater spielen, das verleiht auch Selbstbewusstsein.

Dietzenbach ‐ Hartz-IV-Empfängern spielt das Leben oft übel mit, in „Theater@work“ spielen sie ausnahmsweise mal – bei einem Projekt der Kreistocher „Pro Arbeit“. Von Matthias Towae

Was haben ein Theaterprojekt mit langzeitarbeitslosen, über 50-Jährigen und eine Anstalt des öffentlichen Rechts – in diesem Fall die Kreistochter „Pro Arbeit“ – gemeinsam? Offensichtlich nicht viel, denn Freude an Kunst auf der einen und einengendes Regelwerk, Biederkeit und Bierernst kennen klare Grenzen. Das eine scheint der Feind des andern, was jedwede Freude an Kooperation schon im Vorfeld verleiden könnte. Doch ist das wirklich so?

Eine Frage, die getrost neu gestellt werden darf, sofern man sich zu dem geladenen Kreis zählen durfte, der einer bedauerlicherweise nicht-öffentlichen Aufführung eben jenes von Pro Arbeit finanzierten Projekts „Theater@work“ beiwohnen konnte: „Ein Hartz für Pferde“ – eine glaubwürdig gespielte Fabel über die Lebenswirklichkeit von Menschen, die seit längerem aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sind.

Authentisch ist sie auch und gerade deshalb, weil die mehr als 20 Mitwirkenden zugleich Betroffene und somit per se „vom Fach“ sind. Nur sie wissen, wie es sich anfühlt, seit mehr als vier Jahren von einem regulären Erwerbsleben ausgeschlossen, dafür aber mittels der von ihnen wahrgenommenen staatlichen Bevormundung und Gängelei fest in einem Korsett eingeschlossen zu sein.

Quelle: op-online.de

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