Neujahrsempfang des SC Hassia

Auf dem Weg zum Kunstrasen

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Bei den Ehrungen trafen diesjährige Jubilare des Sportclubs mit solchen zusammen, die noch für 2013 geehrt wurden.

Dieburg - Die Prioritäten des SC Hassia heißen Kabinen, Heizung, Zaun und dritter Rasenplatz. Den Neujahrsempfang feierten 80 Mitglieder, Freunde, Gönner und Lokalprominente mit. Von Jens Dörr 

„Es ist Zeit, sich zu besinnen“, sagte Gerald Grohe in der Tanzschule Wehrle. Dort feierte der SC Hassia Dieburg mit rund 80 Mitgliedern, Freunden, Gönnern und lokaler Prominenz - etwa Erster Stadtrat Wolfgang Schupp in Vertretung des Bürgermeisters und Ex-HFV-Vizepräsident Hans Wichmann (Groß-Zimmern) - seinen Neujahrsempfang. Eine Veranstaltung, an der Grohe bereits früher regelmäßig das Wort ergriffen hatte - allerdings noch als Vertreter des Hessischen Fußball-Verbands, für den er sich ehrenamtlich engagiert. Nun sprach der Dieburger Chirurg in der Funktion, in die ihn die Mitglieder der Blau-Weißen Ende Oktober gewählt hatten: als zweiter Vorsitzender des Sportclubs. Zusammen mit Vorsitzendem Detlev Struckmeier skizzierte Grohe die nächsten Meilensteine, die der Verein vom Wolfgangshäuschen zu erreichen gedenkt.

Das „sich besinnen“ zählt zunächst wohl nicht dazu: Denn damit meinte Grohe, der SC Hassia müsse mit dem SV DJK Viktoria als zweitem Dieburger Fußball-Verein künftig „am gleichen Strang in die gleiche Richtung ziehen“. Zwar pflegen die beiden Vereine ein gutes Verhältnis, was auf dem Empfang auch eine mehrköpfige DJK-Delegation unterstrich; zu konkreten gemeinsamen Anstrengungen - etwa der Bildung von Jugend-Spielgemeinschaften oder der Nutzung derselben Sportstätten - dürfte es zumindest in naher Zukunft aber kaum kommen.

Grohe wollte das als Gedankenanstoß verstanden wissen und baute damit die Brücke zur einer Ehrung (siehe Infokasten): Denn in Manfred Kähler wurde ein Dieburger für 50 Jahre Mitgliedschaft beim SC Hassia ausgezeichnet, der seit vielen Jahren auch bei der DJK mitarbeitet. Von Kählers langjähriger Verbandsarbeit einmal ganz zu schweigen.

Näher als Kooperationen oder gar eine Fusion mit der DJK liegen beim SC Hassia unterdessen andere Projekte, über die Grohe und Struckmeier am Rande der Veranstaltung eingingen. Die Sanierung und Modernisierung von Heizung und Kabinen zählt zu den Vorhaben, die 2014 umgesetzt werden sollen. In Sachen dritter Rasenplatz wurde (wie berichtet) der erste Schritt bereits 2013 gemacht. Spätestens in der neuen Saison soll er in Betrieb gehen.

An dieser Stelle ist nichtsdestotrotz „mittelfristig“ (Struckmeier) ein Kunstrasen angestrebt. „Die Anträge bei Land, Kreis, Stadt und Landes-Sportbund laufen“, so der Vorsitzende. Erste positive Rückmeldungen habe es bereits gegeben. Früher als der Kunstrasen, an den so manches Vereinsmitglied derzeit so recht noch nicht glauben mag, soll auf alle Fälle die Umzäunung des Geländes kommen: „Gegen Vierbeiner und Zweibeiner“, wie Grohe nicht nur auf marodierende Wildschweine, sondern auch auf Nichtvereinsmitglieder, die immer wieder ohne Erlaubnis dort kicken, anspielte. Und er nutzte die Gelegenheit, mit einem in Dieburg verbreiteten Irrglauben aufzuräumen: „Immer wieder wird fälschlicherweise so getan, als habe die Stadt dem Verein das Gelände überlassen. Dem ist aber nicht so. Fast das komplette Gelände hat ein Privatmann der Hassia zur Verfügung gestellt - und ein Eckchen die Kirche.“

Insofern sei man der Stadt kein Gelände oder Geld schuldig, hoben Grohe und Struckmeier hervor. Bei bisherigen Gesprächen rund um den Bau eines neuen Dieburger Sportzentrums sei man durchaus auf dieses Denken gestoßen. Klar sei spätestens bei der erfolgreichen Entwicklung eines Kunstrasens am Wolfgangshäuschen, dass der Bedarf des Sportclubs an einer Teilhabe am Sportzentrum am Skaterpark gegen Null ginge. „Für uns ist aber auch die Zeit ein wichtiger Faktor“, äußerte Struckmeier erhebliche Zweifel an einer baldigen Umsetzung der Sportzentrums-Pläne. In Zeiten von Dauerbrennern wie Fiege und dem St. Rochus kämen diese in der öffentlichen Diskussion ohnehin zu kurz.

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