Maifest in Aubergenville / Landrat Schellhaas: „Europa ist mehr als Ökonomie“

Hauch von Fastnacht an der Seine

Die Fastnachtsgruppe „Wäkebb“ vertrat beim Festumzug in Aubergenville die Dieburger Farben.

aubergenville J . Über 70 Dieburger feierten an der Seine: Bei herbstlichen Temperaturen fand über Pfingsten das traditionelle Maifest in Dieburgs französischer Partnerstadt Aubergenville statt.

Der Samstag begann für viele Dieburger gemütlich in der jeweiligen Partnerfamilie. Andere machten einen kleinen Ausflug in die nicht allzu weit entfernte französische Hauptstadt. Mittags trafen sich die Festteilnehmer schließlich im Nelly-Rodi-Park im Stadtteil Elisabethville. Dort wurde neben Speis und Trank auch jede Menge Spiel und Spaß geboten.

Am Abend trafen sich die Delegationen aus Dieburg sowie den weiteren Partnerstädten Alcobaca (Portugal), Belchatov (Polen) und Horndean (England) mit den französischen Freunden im „Maison des Associations“ zum Bunten Abend. Dieses Haus der Vereine bietet neben dem großen Saal für derartige Veranstaltungen mehrere kleinere Räume, die die örtlichen Vereine bei Bedarf wechselseitig nutzen können.

Eröffnet wurde die Veranstaltung traditionell durch den Einmarsch der Aubergenviller Musketiere und der Dieburger Prinzengarde - letztere war mit einer stattlichen Delegation von 15 Gardisten an die Seine gereist. Sie boten den Geleitschutz für Prinzessin Svenja I. - Prinz Thomas II. war leider verhindert - sowie die Aubergenviller Tollitäten, Maikönigin Oliveira Peixeta sowie Hofdame Kathleen Lechouarn. Svenja Schäfer machte bei ihrer in nahezu perfektem Französisch vorgetragener Ansprache eine gute Figur. Der Vorsitzende des Karnevalvereins Dieburg, Friedel Enders, überreichte anschließend Orden an langjährige französische Mitglieder.

Im Anschluss daran bot sich ausgiebig Gelegenheit das Tanzbein zu schwingen. Höhepunkt der Veranstaltung aus Verschwisterungssicht war eine deutsch-französische Tanzeinlage. Damen von Prinzengarde und Musketieren studierten diesen Tanz unter der Leitung von Bettina Oberhuber und Marjorie Boiste beidseits des Rheins ein und trafen erstmals am Tag des Auftritts zum gemeinsamen Training zusammen. Die Zuschauer waren begeistert.

Am darauf folgenden Vormittag traf man sich an der „Rue Josef Blank“. Der Namensgeber der Straße war früher Stadtrat in Dieburg. Er hatte sich als Verschwisterungsfreund der ersten Stunde sehr um diese Partnerschaft verdient gemacht. Auch der vor einigen Jahren ebenfalls verstorbenen Verschwisterungsaktivisten Robert Jaeglé und Markus Weber wurde bei dieser Gelegenheit gedacht.

Neben Hubert Tranchard, dem Vorsitzenden der Aubergenviller Musketiere sprach auch Klaus Peter Schellhaas zu den Anwesenden. Der Landrat, der den verhinderten Dieburger Bürgermeister Dr. Werner Thomas vertrat, stellte unter anderem heraus, dass man rückblickend doch sehr weit bezüglich der europäischen Einigung - im Hinblick auf eine friedliche Entwicklung - gekommen sei. Allerdings, so Schellhass, würden sich die Gründerväter wundern, wenn sie erführen, dass das Thema Europa heute vorwiegend aus ökonomischer Sicht unter zum Teil negativen Vorzeichen beleuchtet würde.

Der Sonntag stand traditionell im Zeichen des Festzuges. Neben Prinzengarde und Prinzenpaar vertrat die Fastnachtsgruppe „Wäkebb“ die Dieburger Farben.

Das Aubergenviller Festkomitee würde sich übrigens über die Teilnahme weiterer Dieburger Fastnachtsgruppen an diesem Umzug sehr freuen. Interessenten können sich gerne mit dem Vorsitzenden des Verschwisterungskomitees, Achim Weißbäcker, unter s  06071 22882 oder achim.weissbaecker@web.de in Verbindung setzen, um Näheres zu erfahren. Gleiches gilt auch für alle anderen Interessenten an den Verschwisterungsaktivitäten.

Mit vielen Eindrücken kehrte die Dieburger Delegation schließlich an die Gersprenz zurück. Das dicht gedrängte Programm sorgte dafür, dass so manch’ einer auf der Heimfahrt im Bus erst mal eine Mütze Schlaf nehmen musste.

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