„An Defiziten gearbeitet“

Haus Priska erhält beim Pflege-TÜV Bestnote

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Heimleiter Bernhard Holzmann und Pflegedienstleiterin Jutta Schmidt freuen sich über die sehr gute Benotung ihres Hauses. Aber: „Darauf können wir uns nicht ausruhen.“

Dieburg - Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) hat das Seniorenzentrum Haus Priska in diesem Jahr mit der Note 1,0 bewertet. Die Heimleitung sieht ihre Anstrengungen zur Qualitätsverbesserung honoriert. Das Altenzentrum St. Rochus erhielt eine 1,1. Von Sabine Müller 

Nach seinem unangemeldeten Besuch im Juni im Seniorenzentrum Haus Priska vergab der Pflege-TÜV in den geprüften Bereichen „Umgang mit Demenzkranken“, „Betreuung und Alltagsgestaltung“ sowie „Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene“ die Bestnote 1; für „Pflege und medizinische Versorgung“ erhielt die Einrichtung die Note 1,1 auf der Bewertungsskala von 1 bis 5. Heimleiter Bernhard Holzmann und Jutta Schmidt, der die Pflegedienstleitung obliegt, freuen sich aber besonders über die glatte Eins vonseiten der Bewohner, die sich ganz offensichtlich wohlfühlten. „Dies zeigt uns, dass die harte Arbeit der letzten Monate belohnt wurde“, sagt Bernhard Holzmann, der das Haus unter dem diakonischen Träger Mission Leben seit Mai 2016 führt. „Wir haben aus unseren Defiziten die Konsequenzen gezogen.“ Durch eine hohe Personalfluktuation habe das Seniorenzentrum in der Vergangenheit an Qualität eingebüßt; entsprechend fiel der Transparenzbericht im Vorjahr schlechter aus. Vergangenen Oktober übernahm Schmidt die Pflegedienstleitung: „Wir haben feste Strukturen geschaffen, die Abläufe verbessert und viele Gespräche geführt“, berichten die Verantwortlichen. Auf diese Weise habe man zwei Mitarbeiter zurückgeholt, die sich bereits anderweitig orientiert hatten und zwei weitere dazugewonnen. „Abgesehen von Urlaubsvertretungen arbeiten wir jetzt nicht mehr mit Leiharbeitern sondern ausschließlich mit festen Kräften.“ Einen Fachkräfte- und Personalmangel verzeichnet Haus Priska derzeit nicht: Insgesamt 60 Mitarbeiter kümmern sich um 70 Personen. Sowohl in der vollstationären als auch in der Kurzzeitpflege sind momentan Plätze frei.

Für die Prüfung setzte die Kommission des MDK rund sechs Stunden an. Per Zufallsprinzip wurden acht Bewohner mit unterschiedlichen Pflegestufen ausgewählt, die – oder deren gesetzliche Betreuer – der Untersuchung zustimmen mussten. Schmidt, die Pflegeprozess-Beauftragte des Hauses und eine Fachkraft verfolgten die Begutachtung der Bewohner und die Prüfung der Dokumentation. „Es wird untersucht, ob die Wunden versorgt sind oder eine ärztliche Anordnung da ist“, erläutert Schmidt das Prozedere. Letztlich gehe es darum, ob die Dokumentation dem derzeitigen Pflegezustand entspricht. Parallel dazu werden Strukturdaten erhoben: Wurden die Mitarbeiter eingearbeitet? Gab es Schulungen und Erste-Hilfe-Kurse? Bei der Befragung der Bewohner ist das Personal dagegen nicht anwesend. Der Transparenzbericht muss vor Ort ausgehängt werden; außerdem sind die Pflegenoten im Internet einzusehen.

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Die Qualitätsprüfung steht schon seit Einführung in der Kritik (siehe Info-Kasten). Heimleiter Holzmann sieht jedoch auch Vorteile: „Die Prüfung gibt eine gewisse Richtung vor.“ So sei es sinnvoll, wenn von außen auf die Arbeit geschaut werde. „Da wird einiges von uns verlangt, deshalb haben wir das Recht, uns über die sehr guten Ergebnisse zu freuen, auch wenn wir uns nicht darauf ausruhen können.“ Es gebe auch interne Audits, ergänzt die Pflegedienstleiterin. „Ein bis zwei Mal pro Jahr untersucht der Träger das Qualitätsmanagement in gleicher Weise wie der MDK.“ Darüber hinaus sei man in ständigem Dialog mit Bewohnern und Angehörigen. „Beschwerdegespräche werden dokumentiert und umgehend professionell damit umgegangen“, sagt Holzmann. Haus Priska setzt auf eine sechswöchige Eingewöhnungsphase, bietet Hausführungen und Schnuppertage an. Der nächste Tag der offenen Tür findet am 7. November statt. Der Offene Mittagstisch in der Cafeteria bringt die Mitglieder von „Wohnen mit Service“ in Kontakt mit den Bewohnern des Seniorenzentrums.

Das Altenzentrum St. Rochus wurde nach der MDK-Qualitätsprüfung mit der Note 1,1 bewertet. „Damit können wir leben“, sagt Heimleiterin Marita Averbeck. Im Vorjahr, als „eine Note mit einer zwei davor“ vergeben wurde, habe die Pflege nicht mit der Dokumentation übereingestimmt. „Nach irgendwelchen Kriterien muss gemessen werden. Externe Prüfer gehen mit einem anderen Blick heran.“

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