Ein Stuhl und eine Flasche Bier

Heinz Becker zu Gast in Römerhalle

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Unverwechselbar Heinz Becker: Batschkapp, kariertes Hemd und Hosenträger

Dieburg – Lautes Gelächter, verhaltenes Gemurmel und Lachansätze, die bereits durch den nächsten Kalauer im Keim erstickt wurden.

Das Publikum in der fast ausverkauften Dieburger Römerhalle hatte seinen Spaß an Gerd Dudenhöffers alias Heinz Beckers treffenden Pointen und Witzchen, mit denen er alltägliche Dinge treffend beschreibt. Auf seiner aktuellen Deutschlandtournee unter dem Motto „DEJA VU“ spielt er Programme aus 30 Jahren Heinz Becker und ist noch bis Anfang Dezember quer durch die Republik unterwegs.

Gemächlichen Schrittes kommt er auf der Bühne, auf der nur mit ein Stuhl und eine Flasche Bier steht. Mehr braucht der aus dem saarländischen Bexbach stammende Kabarettist nicht. „Ich weiß nicht, ob ich es schon erzählt habe“, beginnt er und merkt an, in der letzten Nacht geträumt zu haben, dass er nicht verheiratet sei – „so gut hab ich schon lange net geschlafe“. Ebenfalls verstand es Heinz Becker klarzumachen, was passiert, wenn man ein hartes Butterstück aus dem Kühlschrank auf eine frische Mischbrotscheibe streichen möchte: „Komm hör uff – das geht doch gar nicht“. Das Vertilgen von Schnittchen bei Stehpartys gerät zu fast unmöglichen Aktionen, besonders dann, wenn zum Belag roher Schinken gehört, der sich partout nicht zerkleinern lässt: „Da musste förmlich die Schinkescheib‘ mit der Oberlippe zusammenschieben, damit sie in den Mund passt“. Aber auch wegkullernden Trauben oder Oliven gehörten nicht auf ein Schnittchen.

Bilder: Maimarkt in Dieburg

Auch die Figuren aus der TV-Serie „Familie Heinz Becker“ werden einbezogen, etwa „es Hilde“ und „de Meier Kurt“. „Es Hilde“ hat ihm aufgetragen, Creme mitzubringen und dann hat er beim Einkauf die „Perfimerü“ mit dem Sexshop verwechselt, und sowas geht natürlich schief. „Gleitcreme wollte se mer verkaafe, Mann, war mir das peinlich“. Aber unbeirrt stolpert der Saarländer in weitere Fettnäpfchen, auch zum Thema Sex: „Sex im Alter – komm geh fort, das gibt’s doch nur in den einschlägigen Zeitschriften.“ Früher, wenn man von der Arbeit nach Hause kam und die Heizung im Schlafzimmer auf vollen Touren lief, ja dann war noch Leben in der Stubb. Nach vorne gebeugt sitzt Gerd Dudenhöffer auf seinem Stuhl, betrachtet seine Fingernägel und sinniert fast unbeteiligt und peinlich berührt bei diesem Thema vor sich hin: „Ei jo – so isses halt mal“. Zu jedem Thema aus dem Alltag kann Gerd Dudenhöffer Geschichtchen erzählen, wenn das Leben mit der Geburt beginnt und dem Tod endet. „Aber dazwischen muss man gucken, wo man bleibt“. (zwk)

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