Karnevalverein Dieburg besucht Augsburger Puppenkiste, die Fuggerstadt Augsburg und Dinkelsbühl

Heitere Reise ins Schwabenland

Offenbach-Post

Dieburg - Die Einladung von Klaus Marschall, dem Chef der Augsburger Puppenkiste, seinem Puppentheater und der Fuggerstadt Augsburg einen Besuch abzustatten, lag beim KVD schon seit geraumer Zeit auf dem Tisch. Kürzlich machte sich nun eine nahezu 70-köpfige Gruppe unter der Leitung des Ehrenpräsidenten Wolfgang Dörr auf den Weg ins Schwabenland.

Die Teilnehmer - unter ihnen auch Präsident Friedel Enders und Exprinz Frank Schmitt - bestiegen in bester Laune den Bus, um die über fünfstündige Anreise nach Augsburg hinter sich zu bringen.

Um die Mittagszeit erreichte die Gruppe Augsburg, um die Stadt sogleich bei einer Rundfahrt zu erkunden. Theaterleiter Klaus Marschall, der unterwegs zustieg, zeigte den Dieburgern seine Heimatstadt im Schnelldurchlauf. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten - wie das schöne Rathaus, die alte Stadtmauer oder die tolle Altstadt - wurden angefahren. Das wohl beliebteste touristische Ziel neben dem Rathaus, die Fuggerei, wurde zu Fuß besichtigt. Die Fuggerei ist die wohl älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt. Sie wird bis heute noch jeden Abend um 22 Uhr von einem Nachtwächter abgeschlossen. Sie wurde 1521 von Jakob Fugger als Wohnsiedlung für bedürftige Augsburger Bürger gestiftet. Die Fuggerei besteht aus 67 Häusern mit 140 Wohnungen, in denen rund 150 Menschen leben, wobei die Aufnahmebedingungen immer noch dieselben sind wie zur Zeit der Gründung: Wer in der Fuggerei leben will, muss Augsburger, katholisch und unverschuldet in Not geraten sein. Die Jahreskaltmiete für eine Wohnung beträgt bis heute den nominellen Gegenwert eines Rheinischen Gulden (umgerechnet 0,88 Euro) sowie täglich drei Gebete für den Stifter und seine Familie. Beeindruckt lauschten die Dieburger den Ausführungen des „Stadtführers Marschall“ und kamen gerne dem Spendenaufruf eines im Original-Kostüm erschienenen Bewohners der Anlage nach und tragen somit zum Erhalt der Fuggerei bei.

Abends ging es dann weiter mit einem Rundgang durch das Puppentheatermuseum „die Kiste“. Auf fast 600 Quadratmetern können Besucher alle handgeschnitzten Marionetten aus TV-Produktionen und Theaterstücken aus über 50 Jahren bewundern. Seit 2001 gibt es das Museum, in dem alle Fernseh- und Kinostars ausgestellt sind. Auf Lummerland findet man Jim Knopf, auf Titiwu das Urmel und die Wutz und noch vieles mehr. Viele der Besucher fanden sich in ihre Jugend zurückversetzt und bedauerten, dass es solch schöne Sendungen im heutigen Fernsehen nicht mehr gebe. Manche sangen sogar die lustigen Lieder aus den Fernsehsendungen lang vergangener Zeit.

Dann näherte sich mit dem Besuch des Puppentheaters der Höhepunkt des Ausflugsprogramms. Rund 200 Besucher finden im Saal Platz, in dem die starke Gruppe aus Dieburg nicht zu übersehen und nicht zu überhören war. Kaum Platz genommen, erhob sich der Vorhang, und was da den Gästen in knapp zwei Stunden geboten wurde, war beeindruckend. Unter dem Überbegriff „Cabaret“ wurde in über 30 Einzelsequenzen Marionettentheater vom Feinsten geboten. Es gab kein Halten mehr, als während eines Stückes „Flohzirkus“ ein Rettungswagen mit Blaulicht in der Größe eines Fingerhutes über die Bühne rauschte oder ein Mammut hinter einer kleinen Muschel verstecken spielte. Auch Tanzdarbietungen sowie Gesangsgruppen - dargestellt von Marionetten - und das Stück „Der Kapitän und der blinde Passagier“ sorgten für eine Heiterkeit und Stimmung, die nicht zu überbieten war: Lachmuskelkater war angesagt, die Begeisterung riesengroß.

Nach einer Besichtigung des Bühnenrückraums mit all seinen Dekorationen, den vielen Marionetten, der Bühnentechnik und Gesprächen mit den Puppenspielern endete ein eindrucksvoller Besuch bei den Trägern der „holzich Latern“. Die Freude und Begeisterung wurde schließlich mitgenommen in eine naheliegende Weinstube. In einem mittelalterlichen Gewölbekeller gesellte sich auch noch einmal Klaus Marschall zu der Reisegruppe und stellte sich den zahlreichen Fragen der Dieburger Fastnachter. Friedel Enders bedankte sich bei dieser Gelegenheit beim Gastgeber mit einem dreifachen „Dibborsch, Äla!“ für die tolle Betreuung.

Am nächsten Tag hieß das Ausflugsziel Dinkelsbühl. In der ehemaligen Reichsstadt war ein längerer Aufenthalt geplant, den jeder für sich nutzen konnte. Zu sehen gab es genug und schon nach kurzer Zeit hatten sich die Dieburger in der ganzen Stadt und den vielen schönen Lokalitäten verteilt.

Abends hatte Dieburg die Karnevalisten wieder und Friedel Enders bedankte sich bei den Teilnehmern mit der Feststellung, eine wunderbaren Ausflug erlebt zu haben.

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