Heraus kommt immer ein echter Welz

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Wolfgang Hubert Welz (links) vor seiner Aquarellzeichnung des Schlosses Fechenbach.

Dieburg - „Was dabei heraus kommt ist immer ein echter Welz“, fasste es am Ende seiner Rede der Dieburger Künstler Martin Konietschke zusammen. Gemeint war damit die ganz persönliche Handschrift des Künstlers Wolfgang Hubert Welz, dessen Ausstellung „Der Duft der Farben“ am Donnerstagabend im Rathausfoyer eröffnet wurde. Von Laura Hombach

Welz Arbeiten merke man immer an, was den Künstler wirklich interessiere, so Konietschke. Sei es die Intension, etwas möglichst frisch aufs Papier zu bringen, sei es, durch das künstlerische Schaffen eine Sache zu begreifen, stets gelinge es Welz, vertraute Motive aus seiner ganz eigenen Perspektive heraus zu betrachten.

Ausstellung bis April

Die Ausstellung ist noch bis zum 17. April zu den Öffnungszeiten der Stadtverwaltung im Rathaus-Foyer zu sehen.

Dabei arbeitet der studierte Grafiker bevorzugt in der Natur, bisweilen aber auch nach Fotovorlagen. Bildhaft wusste Konietschke von den Wonnen des Malens in der Natur, des Pleinair-Malens, zu berichten.

Doch neben all der Wonnen hat die Malerei in der Natur auch ihre Tücken: Eine kurze Ablenkung genügt, um das Motiv im nächsten Augenblick schon ganz anders aussehen zu lassen. Die Schatten sind gewandert, ein Auto parkt vor der Fassade des Schlosses, das man sich als Studienobjekt erkoren hat, und der Blumentopf, den man eben noch mit viel Mühe auf das Fensterbrett gepinselt hat, wurde wie von Geisterhand ins Innere des Hauses geräumt.

Zwangsläufig fange der Künstler da an zu Interpretieren. Dabei könne es schon einmal passieren, dass beim Malen des Schlosses eine attraktive Dame auf einer Parkbank den Künstler so in ihren Bann ziehe, dass auf dem späteren Bild eine Meerjungfrau auf einem Delfin, der irgendwie einer Gartenbank ähnelt, vor der Kulisse des Schlosses reitet, scherzte Konietschke.

Nicht so auf Welz Aquarell des Schlosses Fechenbach, hier konzentriert sich der Blick auf das Gebäude. Das Bild entstand im letzten Sommer. Welz malte auf dem Plateau vor dem Dieburger Rathaus sitzend und war dabei sicherlich auch so mancher der von Konietschke beschriebenen Unwägbarkeiten ausgesetzt.

Neben dem Dieburger Schloss hat Welz speziell für die Ausstellung in Dieburg noch weitere Motive in Szene gesetzt. Ein Bild lässt den Blick durch die Schlossgasse auf die Pfarrkirche St. Peter und Paul wandern, ein anderes zeigt das Landratsamt.

Auch aus anderen Städten hat Welz architektonische Schönheiten gekonnt im Bild festgehalten, so etwa das Darmstädter Schloss, die Jugendstilkrone auf der Mathildenhöhe oder den Groß-Umstädter Marktplatz.

Wieder ein Bild entführt den Betrachter in eine toskanische Landschaft, eines zeigt Stühle auf Kreta und ein Portrait Mendelssohn Bartholdys ist mit einem Notenblatt einer seiner Kompositionen unterlegt.

So vielfältig ist Welz Motivwahl, dass wohl ein jeder Betrachter zumindest ein Bild findet, aus dem ihm der Duft der Farben entgegenzuströmen scheint.

Die Ausstellung ist noch bis zum 17. April zu den Öffnungszeiten der Stadtverwaltung im Rathaus-Foyer zu sehen.

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