Standesbeamtin Gerlinde Angermeier: Keiner traute in Dieburg länger als sie

Die Herrin der goldenen Ringe

Standesbeamte unter sich: Bürgermeister Dr. Werner Thomas (links) und Magistratsoberrat Walter Pfeil mit Gerlinde Angermeier.

Dieburg - (eha) Sie hat mittlerweile schon junge Leute verheiratet, deren Geburt sie einst eingetragen hat: Gerlinde Angermeier, die „Herrin der Ringe“, ist jetzt 40 Jahre im öffentlichen Dienst.

Als sie nach zweijähriger Mitarbeit im Standesamt 1981 Standesbeamtin für den Bezirk Dieburg wurde, war das heutige Stadtoberhaupt Dr. Werner Thomas einer der ersten Bürger, die in ihr Büro kamen. Grund: Er meldete die Geburt seines Sohnes an. Damals konnte sie natürlich noch nicht ahnen, dass dieser stolze junge Vater ein Vierteljahrhundert später einmal ihr Chef werden würde.

„Viel Herzblut, Kompetenz und Verantwortungsbewusstsein“ bescheinigt der Bürgermeister heute seiner Mitarbeiterin. Sie sei ihm aber auch eine strenge Lehrerin „in Sachen Trauung“ gewesen, als er selbst Standesbeamter wurde. „Keine und keiner war länger Standesbeamter in Dieburg“, stellt er fest.

Auch Ferdinand Hoffarth, der nach dem Krieg 26 Jahre im Amt blieb, hat sie mittlerweile überholt.

Auf Hoffarth folgte Karl Blank, dann für fünf Jahre der heutige Magistratsoberrat Walter Pfeil, danach Hermann Catta und seit 28 Jahren die erste weibliche Standesbeamtin, Gerlinde Angermeier.

Etwa 750 Trauungen hat sie in ihrem Arbeitsleben vollzogen. Aber das ist nur ein Bruchteil ihrer Aufgaben, die sie zusammen mit Alessandra Cicchelli im Dieburger Standesamt bewältigt. Schließlich gibt es in Dieburg auch das St. Rochus Krankenhaus. „Ich weiß nicht mehr, wie viele Geburten ich hier im Dieburger Rathaus beurkundet habe. Aber es müssen Tausende gewesen sein“, erzählt die Jubilarin, die sich schon auf die nächsten Neubürger freut.

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