Landrat-Gruber-Schule Teil einer neuen Bildungs-Initiative

Hessencampus für lebenslanges Lernen

Dieburg (db) ‐ Deutschland hat ein Bildungsproblem. Regelmäßig enttäuschen die Leistungen hiesiger Schüler im internationalen Vergleich bei PISA-Studien. Lehrer, Schüler und Studenten kommen mit den derzeitigen Lernbedingungen nicht klar und protestieren gegen die verkürzte Schulzeit (G8) und die verschulten Bachelor- und Masterstudiengänge, wie erst am Dienstag in Wiesbaden geschehen.

Den Missständen in der Bildungspolitik versucht nun das Land Hessen in Partnerschaft mit dem Landkreis Darmstadt-Dieburg ein wenig entgegenzuwirken, wenn auch in einem anderen Bereich. Durch die neue Initiative Hessencampus sollen bereits vorhandene Bildungs- und Beratungsangebote miteinander verknüpft und dadurch verbessert werden.

Bei einer Informationsveranstaltung im Kreistagssitzungssaal in Darmstadt stellte Projektleiter Viktor Böttcher einem Fachpublikum mit Vertretern aus Politik, Bildung und der Wirtschaft die Ziele des Hessencampus vor. Im Zentrum der Arbeit des Hessencampus steht jedoch weniger, Strukturprobleme von Schülern und Studenten zu lösen. Vielmehr geht es um den Anspruch, erwachsene Arbeitnehmer, aber auch Berufseinsteiger, in den Prozess des lebenslangen Lernens einzuführen und damit deren Kompetenzen zu stärken oder zu erweitern, obgleich die zu erreichende Zielgruppe zwischen 15 und 70 Jahren veranschlagt wurde. Als Kerneinrichtungen für den Landkreis wurden die Kreisvolkshochschule, das berufliche Schulzentrum der Landrat-Gruber-Schule in Dieburg ausgesucht.

Allerdings sind sich die Verantwortlichen durchaus bewusst, dass man sich mit dem Ziel der Erwachsenweiterbildung und –qualifizierung neuen Herausforderungen stellen muss, vor allem auch im Hinblick auf neue pädagogische Maßnahmen. „Jeder Erwachsene ist froh, dass er nicht mehr in einem Klassenraum sitzen und sich mit Prüfungssituationen auseinander setzen muss“, bekannte Antonius Schröder von der Sozialforschungsstelle in Dortmund.

Wie das lebenslange Lernen nun aber konkret aussehen soll, wusste an diesem Nachmittag noch niemand genau zu sagen.

Neben dem Beruf und der Familie habe ein durchschnittlicher Erwachsene zudem noch andere wichtige Aufgaben, was ein Bildungsangebot nahe lege, das sich so nah wie möglich an der Lebenswelt orientiere, so Karl August Bertsch, Leiter der Kreisvolkshochschule. Also eine Art lebensbegleitendes Lernen. Weiterbildung neuer pädagogischer Konzepte, die Bedarfserfassung, welche Angebote nun am sinnvollsten seien und die weiterführende Projektentwicklung lässt sich das Kultusministerium für den Hessencampus Darmstadt-Dieburg in diesem Jahr 175 000 Euro kosten.

Dieter Staudt, Schulleiter der Landrat-Gruber-Schule: „Wir haben unsere Ziele klar formuliert, wo wir aber am Ende rauskommen und was wir bis dahin geschafft haben, werden wir vermutlich erst in zehn Jahren genau wissen. Wir gehen mit Hessencampus einen neuen ungewöhnlichen Weg, der keinen linearen Prozess vorsieht“. Das Projekt soll Anfang nächsten Jahres starten.

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