Hessischer Tierschutzpreis geht nach Dieburg

Vier- und Zweibeiner im Fokus

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Die Vorsitzende der Dieburger Tierfreunde, Gabriele Dobner (Mitte), bekam die Auszeichnung von Staatsministerin Priska Hinz (links) und Dr. Madeleine Martin, Landestierschutzbeauftragte von Hessen, übergeben. Auch das Team der Hessenschau war vor Ort.

Dieburg/Wiesbaden - Aufpäppeln, Heimat bieten und in gute Hände vermitteln: Die Tierfreunde Dieburg sind schon seit 25 Jahren im gesamten Landkreis aktiv, um Vierbeinern ein besseres Leben zu bescheren. Von Konstanze Löw 

Am Dienstag wurde der Verein in Wiesbaden mit dem Hessischen Tierschutzpreis ausgezeichnet. Meistens still und leise und immer das Wohl von bedürftigen Tieren im Auge: So sind die Tierfreunde Dieburg im Landkreis unterwegs. Für ihr Engagement wurden sie am Dienstag im Landtag in Wiesbaden mit dem Hessischen Tierschutzpreis, der jedes Jahr an Organisationen oder Menschen überreicht wird, ausgezeichnet.

Die Freude darüber wirkte auch gestern beim Gespräch mit der Vorsitzenden Gabriele Dobner noch nach: „Wir freuen uns riesig. Doch das wir diesen Preis gewonnen haben, ist kein Zufall. Wir leisten super Arbeit.“ Warum die mit 3 000 Euro dotierte Auszeichnung ausgerechnet nach Dieburg ging, erklärte sich Dobner damit, dass der Verein auch den Menschen hinter den Tieren sehe und Beachtung schenken. „Wir reichen die helfende Hand und unser Ziel ist es, im Dialog die Situation zu verbessern. So wollen wir auch Behinderte mit in unsere Aktivitäten einbeziehen, denn auch sie haben ein Interesse an Tieren und könnten Halter sein.“ Genauer: Die Tierfreunde sind im Landkreis nicht nur für Vier-, sondern auch für Zweibeiner unterwegs. Sie halfen dem Behindertenzentrum Roßdorf im Jahr 2011 dabei, die Alpaka-Gehege aufzubauen und bieten beispielsweise Katzen-Seminare in den Behinderten-Werkstätten der Nieder-Ramstädter Diakonie an. Außerdem gibt es andere Seminare, in denen alles Wissenswerte über Kaninchen, Meerschweinchen oder Mäuse vermittelt wird. Die Kooperation mit dem Behindertenzentrum würdigte Staatsministerin Priska Hinz in besonderer Weise.

Die Grünen im Landtag nutzten die Chance, dem Verein zu dem Preis zu gratulieren. „Wer sich mit großem Engagement um den Schutz von Tieren kümmert, verdient große Anerkennung und Ermutigung. Ohne diesen Einsatz wären wir im Tierschutz ebenso wie im Natur- Umwelt und Landschaftsschutz lange nicht so weit, wie wir zum Glück sind“, erklärte Ursula Hammann. Besonders fasste sie in ihrer Rede die Schwerpunkte der Tierfreunde zusammen, der vor allem auf dem Einsatz gegen das Elend wild lebender Katzen liegt. „Nicht kastrierte Freigänger zeugen Nachwuchs, den niemand füttert, um den sich niemand kümmert und der deshalb oft an Krankheiten leidet. Die Tierfreunde fangen wild lebende Katzen an Futterstellen ein, pflegen sie gesund und kastrieren sie, um dieses Elend einzudämmen.“

Wie sehr sich die Tierfreunde über die Auszeichnung freuten, zeigten sie am Dienstag den anwesenden Ministern im historischen Kleinen Saal des Landtags. Denn von Roßdorf ging es gesammelt mit etwa 30 engagierten Tierschützern mit dem Bus nach Wiesbaden. Mit dabei waren nicht nur einige Vereinsmitglieder, sondern auch Bewohner des Behindertenzentrums Roßdorf.

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Vor allem ist die Vorsitzende des Vereins stolz auf ihre vielen fleißigen Helfer, die sich ehrenamtlich engagieren. „Wir haben so viele Talente und Berufsbilder bei uns im Verein. Und diese dürfen wir ansprechen für einzelne Projekte und erhalten so super professionelle Unterstützung. Das ist keine Selbstverständlichkeit“, ist sich Dobner bewusst. Nach der Veranstaltung am Dienstag hatten die Mitgereisten noch die Möglichkeit, bei einer Führung spannende Einblicke in den Hessischen Landtag zu erhaschen. „Es war ein toller, aber auch anstrengender Tag. Aber ich habe mich gefreut, dass so viele Mitglieder dabei waren, denn sie sind es, die unsere Arbeit vorantreiben und so besonders machen“, erklärte Dobner.

Und auch auf die nächsten 25 Jahre Vereinsgeschichte blicken die Dieburger voller Zuversicht, da Tierschutz die Öffentlichkeit in wachsendem Maße interessiere. Immer mehr Verbraucher erkennen, dass sie durch den Kauf von regionalen Erzeugnissen das Leben der Tiere verbessern können. „Gleichzeitig müssen alle an einem Strang ziehen, Kommunen, Länder und Bund. Wir brauchen gerade bei den Tierheimen eine bessere Kooperation mit den Gemeinden – hier muss jede Kommune die ihr zugedachte Verantwortung übernehmen und darf sich nicht aus dem Verbund wegstehlen“, forderte Dobner in ihrer Rede.

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