Osteoporose Selbsthilfegruppe

Hier steigt Hoffnung auf

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50 Ballons ließen die Mitglieder der Osteoporose Selbsthilfegruppe vorm Schloss Fechenbach in den Himmel steigen.

Dieburg - Nenas 99 Luftballons im gleichnamigen Liedtext wurde nicht erreicht, genau 50 Ballons jedoch ließen die Mitglieder der Osteoporose Selbsthilfegruppe in Dieburg am Samstag in den strahlend blauen Herbsthimmel steigen. Von Verena Scholze

Jeder der 50 Ballons sollte symbolisch für ein Mitglied der Dieburger Gruppe stehe – denn genau so viele Betroffene treffen sich hier regelmäßig. An jedem Ballon hing eine Postkarte, die der glückliche Finder des fliegenden Objekts zum Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose (BfO) zurücksenden soll.

Die BfO ist der Dachverband der bundesweit tätigen Selbsthilfegruppen. Durch die Rücksendung der Postkarte nimmt jeder Teilnehmer automatisch an einer Verlosung teil. Neben Dieburg fand dieser Aktionstag in über 60 weiteren Städten und Gemeinden in Deutschland statt, sodass die teilnehmenden Ortsgruppen insgesamt mehr als 3300 Ballons zeitgleich in den Himmel steigen ließen und Nenas 99 damit bei weitem übertrafen.

Weltweiter Osteoporose-Tag

Hintergrund der Luftballon-Aktion war der am Samstag stattfindende weltweite Osteoporose-Tag. Osteoporose ist eine Erkrankung, die mit einem Verlust von Knochensubstanz verbunden ist und die auch als Knochenschwund bezeichnet wird. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschreibt Osteoporose als eine der zehn wichtigsten und teuersten Volkskrankheiten.

Von der Krankheit betroffen sind überwiegend ältere Menschen. Jedoch kann die Krankheit auch durch Umstände wie Einnahme von Medikamenten bei jüngeren Menschen auftreten. Beispiel hierfür ist der Leiter der Selbsthilfegruppe Dieburg, Marc Oliver Giel – mit 36 Jahren einer der in jungen Jahren Betroffenen.

Dass man an dieser Krankheit nicht verzweifeln muss, zeigt die Dieburger Osteoporose-Selbsthilfegruppe, die nächstes Jahr ihr 15-jähriges Bestehen feiert und diverse Aktivitäten für die Mitglieder bietet.

Lebensmut nicht verlieren

Aktuell gibt es derzeit zwei Trockengymnastik-Kurse und zwei Wassergymnastik-Kurse, regelmäßig stattfindende Gesprächskreise zum Austausch sowie soziale und kulturelle Aktivitäten wie Ausflüge, Informationsbesuche von Rehabilitationseinrichtungen, Patientenkongressen und Krankenhäusern oder Fachvorträge. „Bewegung und eine gesunde Ernährung sind das A und O“, sagt Heidemarie Kellner, die das Amt der Rechnerin der Selbsthilfegruppe inne hat und ebenfalls von der Krankheit betroffen ist.

Dass man auch mit dieser Diagnose den Lebensmut nicht verlieren muss, beweist die Dieburger Selbsthilfegruppe, deren Mitglieder in einem harmonischen Miteinander gute Laune und Fröhlichkeit vermitteln. „Lachen ist immer noch die beste Medizin“, sagt Kellner strahlend und ist damit selbst das beste Beispiel dafür.

Und sogar die Liebe tut das Ihre dazu: Die Selbsthilfegruppe wurde sozusagen bereits zum Ehestifter. Vor drei Wochen gaben sich Ingrid und Walter Saaler, die sich vor zwei Jahren bei einem Gruppentreffen kennenlernten, das „Ja-Wort“.

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