Lebendige Szenen zum Museumstag

Historie für Auge und Ohr

Das Füchslein Hadrians (oben, rechts) verhandelt mit dem Clansprecher. Streit gibt es im Hause Groschlag (Bild rechts). Fotos: Hager

Dieburg J Was nützt es dem Wehrmachtssoldaten (Peter Maack), dass Oberstabsarzt Schmücking (Dr. Von Lisa Hager

Eberhard D"Orville) und Schwester Silvestra (Rosemarie Martin) ihm den Streifschuss am Kopf neu verbinden? „In vier Wochen sind Sie wieder fit für die Front“, so das Fazit des forschen Militärmediziners. „Sie sind schließlich nicht zum Vergnügen hier. “.

Weniger zackig geht es am Internationalen Museumstag in der römischen Abteilung zu. Dort ist diplomatisches Geschick gefragt: Das Füchslein Hadrians (Christian Eidenschink) verhandelt mit dem Ältesten der Chatten-Sippe (Hartmut Wendt) über Sicherung und Ausdehnung des römischen Einflussgebietes. Der martialisch gewandete Römer träumt von einer strategisch wichtigen Brücke über den Main nach Groß-Krotzenburg, der Clan-Sprecher vom lukrativen Handel mit den Soldaten. Und – wie noch heute in der Politik üblich – arrangiert man sich.

Mitglieder des Museumsfördervereins haben gestern Nachmittag Historie in eindrucksvoller Weise lebendig gemacht. In drei Führungen hat Christine Klostermann die Besucher auf spannende Zeitreisen mitgenommen. Aus ihrer Feder stammen die Texte für die Theaterszenen, die Abteilungen des Museums Schloss Fechenbach für Auge und Ohr sozusagen animierten. Sie selbst hat aber noch eine weitere Aufgabe: die Ehefrau von Karl Friedrich Willibald von Groschlag (Ingrid Weng) zu trösten. Der adelige Gatte scheint ihr vom Glauben abgefallen, schließlich beschäftigt er sich mit den Ideen der Freimaurer. Dieses Abweichen vom rechten Kurs, so fürchtet sie, werde auch ihrer Reputation schaden. Und so wirft sie die unseligen Schriften des Gattens wütend auf den Parkettboden. Ein Glück, dass ihre Freundin sie zu besänftigen weiß: Mit Musik der von Groschlag geförderten Harfenistin (Barbara Ding). Und so wird sich die Adelsdame künftig der kulturellen Entwicklung Dieburgs widmen.

Der mittelalterliche Büßer (Ingo Mahn) hingegen findet auf seiner Pilgerreise Dieburgerinnen, die die christliche Nächstenliebe aktiv pflegen: Eine Dame (Christl Danz) und deren Tochter (Nazenin Öztürk) spenden im Essen und „einen Platz für die Nacht“.

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