Holz, Feuer, Brot

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Bäckermeister Georg Schellhaas holt die ersten Bio-Brote aus dem Holzofen. Vom Geschmack kann man sich ab morgen im „1854“ (am Penny-Markt) selbst überzeugen.

Dieburg (eha) ‐  Hier backt der Chef selbst - und zwar ab 5 Uhr morgens. Zumindest beginnt Georg Schellhaas zu nachtschlafener Zeit mit seinen Vorbereitungen für das Endprodukt Bio-Holzofenbrot aus Natursauerteig, 70 Prozent Roggen- und 30 Prozent Weizenmehl, „made in Dieburg“. Ab heute kann man dessen Entstehung in der in seiner Art wohl bundesweit einzigartigen Schaubackstube am Penny-Markt beobachten.

Montags bis freitags ist „1854“ von 6.30 bis 19 Uhr geöffnet. Samstags wird hier von 6.30 Uhr bis 14 Uhr gebacken und verkauft, sonntags von 8 bis 17 Uhr.

Georg Schellhaas führt die Groß-Bieberauer Traditionsbäckerei zusammen mit Bruder Uwe, der als Wirtschaftsingenieur die ökonomische Seite im Blick hat. Schon lange ging Georg mit dem Gedanken schwanger, in Dieburg einmal „etwas ganz Besonderes aufzuziehen“. Schließlich verbindet ihn auch etwas ganz Besonderes mit der Gersprenzstadt: „Ich hab' bei Anneliese Brasch, der früheren Bäckerei Lohrum in der Zuckerstraße, gelernt und in Dieburg meine Frau Susanne gefunden. Die hat damals in der Apotheke am Markt gelernt“, sagt der drahtige 49-Jährige, während er die duftenden Brote aus dem Ofen holt. Dabei hat er das Thermometer fest im Blick, denn für die Doppelwecken braucht er immer noch eine Temperatur von rund 250 Grad. Und nach den Brötchen kommen Weißbrote und süße Teilchen aus Hefeteig dran. Dafür muss noch mal mit drei Kilo Holz „nachgefeuert“ werden.

Hat sich die Hitze verteilt, werden die Brote „eingeschossen“

Jetzt wird vielleicht klar, warum ich um 5 Uhr mit Heizen anfangen muss, damit die Brote gegen 9 Uhr fertig sind“, sagt Schellhaas. Eine ganze Fuhre Kiefernholz brennt in den Öfen über zweieinhalb Stunden ab. Dann wird die Asche ausgeräumt und erst nach einer halben Stunde Abkühlung - bis die Hitze gleichmäßig verteilt ist - kann Schellhaas die Brote „einschießen“, wie es im Fachjargon heißt. Die Brüder Schellhaas haben neben der Schaubackstube noch andere Ideen für „1854“, dessen Name sich auf das Gründungsjahr der Bäckerei bezieht. „Wir haben Veranstaltungen vor, zum Beispiel Pizza-Abende, da sich die Öfen dafür super eignen.“

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