Mit Holzbau nachhaltig in die Zukunft

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In zwei Wochen stand die Hülle der neuen Zwei-Feld-Halle hinter der Gutenbergschule.

Dieburg ‐  Einen ungewöhnlichen Tagungsort hatte sich der Landessportbund Hessen am „Tag der Nachhaltigkeit“ ausgesucht: Unter der imposanten Holzkonstruktion der neuen Zwei-Feld-Halle diskutierten am Donnerstag die Umwelt- und Sportstättenbeauftragten der Sportkreise und Verbände über neue Projekte. Und was lag da näher, als am Rande der Tagung auch gleich die neue „Holzsporthalle“, wie sie in den Einladungen tituliert wurde, in Augenschein zu nehmen. Von Lisa Hager

Mit dieser Veranstaltung beschreiten wir neue Wege. Es sollen aktuelle Entwicklungen durch Objektbesichtigung und Erfahrungen vor Ort veranschaulicht und ein praxisbezogener Gedankenaustausch ermöglicht werden“, sagte der Geschäftsbereichsleiter Sportinfrastruktur des Landessportbundes, Horst Delp. Viele der hessischen Sportstätten seien nicht mehr zu sanieren. Deshalb wäre oftmals ein Ersatz der Gebäude durch einen Holzbau einer viel zu aufwändigen Sanierung vorzuziehen.

Kein Wunder angesichts der beeindruckenden Liste an Kubikmetern verarbeiteten Holzes, die Geschäftsführer Klaus Kühlborn von der bauausführenden Firma vorlegte, dass auch Hessen-Forst mit vor Ort war. Schließlich ist es auch ein Anliegen der Forstvertreter den nachwachsenden Rohstoff als Baumaterial ins rechte Licht zu rücken.

Projekt passt zum Stadtleidbild

Schuldezernent Christel Fleischmann stellte das Projekt von Kreis und Stadt zusammen mit Bürgermeister Dr. Werner Thomas vor.

Neben der Besichtigung der Holzsporthalle stand auch noch eine Exkursion durch den Wald auf dem Programm, bei der die Möglichkeiten für Sportarten wie Reiten, Skilanglauf und Triathlon erörtert wurden. Zuvor aber gab es einige Zahlen zum Neubau hinter der Gutenbergschule, dessen Gesamtbaukosten Schuldezernent Christel Fleischmann mit knapp 2,4 Millionen Euro bezifferte. Dazu kommen noch rund 600 000 Euro für das Hackschnitzelheizwerk. Von den Kosten übernimmt die Stadt zwei, der Landkreis ein Drittel.

Das Projekt passt zu unserem Stadtleitbild. Wir wollen auch bei der Bebauung auf den Klimawandel reagieren“, sagte Bürgermeister Dr. Werner Thomas. Zudem gab er bekannt, dass die Werkstatt für Behinderte in Dieburg in die Produktion von Hackschnitzeln einsteigen wolle.

Holzbau auch im Brandfall von Vorteil

Mit der Abwärme des Kesselraums wird beispielsweise die Halle geheizt“, informierte Kühlborn über ein pfiffiges Detail des als Passivhaus konzipierten klimafreundlichen Gebäudes. Große Fensterflächen im Süden nutzen die Sonne als Energielieferant. Frischluft kommt über eine Anlage mit Wärmerückgewinnung.

Und was den Brandschutz angehe, hätte ein Holzbau durchaus Vorteile, antwortete er auf eine entsprechende Frage. Während ein Stahlbetonbau nach einem Feuer meist wegen mangelnder Statik abgerissen werden müsse, könne man beim Holzbau die beschädigten Teile einfach durch neue ersetzen.

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