OWK hat 1000 Stunden Arbeit investiert

Hunderte pilgern zum Jakobsborn

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Wie im Richtspruch beschrieben lockt der Jakobsbrunnen seit jeher die Kinder. Hier sind es der fünfjährige Noah und sein zweijähriger Bruder Nathan, die die Anlage erkunden.

Dieburg (ves) Die Sonne strahlte mit den Gesichtern der Verantwortlichen und Festgäste um die Wette. Ein idealer Herbsttag, wie dafür gemacht, um eine drei Jahre andauernde, intensive Arbeit mit einer gelungenen Einweihungsfeier zu begehen.

Seit ihrer Kindheit haben die meisten der Dieburger Besucher Erinnerungen an den Jakobsborn. Fast jeder hat hier schon mal eine Rast auf einer Wanderung eingelegt, einen Kindergeburtstag gefeiert oder mal einen Ort der Stille und der Besinnung gesucht. Bereits im Mittelalter war er Anlaufpunkt der Pilger und Wanderer, diese Tradition der Einkehr setzt sich bis heute fort. Daher war es dem Odenwaldklub ein Bedürfnis, sich diesem Kulturdenkmal anzunehmen und umfassende Restaurierungsarbeiten vorzunehmen.

Am Samstag war es endlich soweit: Unzählige Besucher, Gäste und Neugierige hatten sich morgens auf den Weg gemacht, um an der Einweihung der neuen Anlage teilzuhaben. Zum Auftakt spielte das Alphornquintett „Alphorn-Echo-Kasselgrund“, bis sich alle Besucher rund um die Anlage eingefunden hatten.

Der Vorsitzende des OWK, Franz Zoth, begrüßte die Gäste und bedankte sich bei allen Helfern für die aktive und finanzielle Unterstützung. „Rund 1 000 Stunden Arbeit wurden in das Kulturdenkmal und das angrenzende Biotop investiert“, blickte Zoth zurück. Nach einer kurzen Zusammenfassung über die vorgenommenen Arbeiten übergab er das Wort an Pfarrer Alexander Vogl, der nach einem gemeinsamen Lied und Gebet den Brunnen und die Quelle segnete.

In der traditionellen Kluft eines Wandergesellen

In der traditionellen Kluft eines Wandergesellen richtete der pensionierte Fachlehrer Wilhelm Neff das Wort an die Besucher. „Am Jakobsbrünnchen wo doch einst, der Storch die Kinder, wie Du weißt, geholt hat und sie reingebracht, nach Dieburg leise in der Nacht, er brachte da die Mädchen, Buben zu ihren Eltern in die Stuben“, hieß es auszugsweise in seinem Richtspruch. Das sei der Grund, warum „bis heute die Kinder immer wieder gerne hierher zur Jakobsquelle kommen“, sagte er lächelnd. Mit einer überschäumenden Sektflasche füllte er die Gläser und da Scherben ja bekanntlich Glück bringen, zerschmetterte er mit einem kräftigen Wurf sein Glas in der neuen Brunnenanlage, was die Besucher mit einem fröhlichen Lachen quittierten.

Franz Zoth (von rechts) begrüßte die Gäste. Neben ihm Wilhelm Neff, der die Anlage taufte, Bürgermeister Dr. Werner Thomas, Markus Euler von der Sparkasse und Pfarrer Alexander Vogl.

Bürgermeister Dr. Werner Thomas würdigte in seiner Rede die Arbeit aller Helfer und die Initiative des OWK und seines Vorsitzenden Franz Zoth. „Er ist ein Mann, der anpackt und Dinge bewegt“, sagte Thomas. „Unter seiner Initiative sind bereits Projekte wie die Sanierung an der Wendelinuskapelle und die Arbeiten im Klostergarten gediehen“. Markus Euler, Vorstandsmitglied der Sparkasse Dieburg, sprach ebenfalls seine Anerkennung aus und überreichte dem Vorsitzenden des OWK einen Scheck in Höhe von 5 000 Euro.

Nach den offiziellen Reden nutzten die zahlreichen Besuche die Gelegenheit, sich zunächst mit Leib und Seele zu stärken. Der OWK hatte Herzhaftes und Süßes für die Gäste im Angebot. Mit Wildschweinbratwurst oder Kaffee und Kuchen stärkten sich viele vom Anmarsch, denn die meisten waren nach alter Tradition zu Fuß gekommen.

Nicht wenige der Besucher erkundeten und bestaunten die Brunnenanlage und vor allem für die Kinder gab es viel zu entdecken. Fußabdrücke von nächtlichen Tierbesuchen wurden im Sand entdeckt und gaben Rätsel auf. Und das Wasserplanschen im Brunnen macht zu jeder Jahreszeit Spaß.

Nachdem sich die Besucherscharen langsam wieder auf den Heimweg begaben und sich die Stille über den Wald und den Jakobsborn senkte, schworen einige Wanderer einen Storch gesehen zu haben, der sich auf dem Flug zum Brunnen befand.

Quelle: op-online.de

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