Prozess um mutmaßliches Killer-Paar

„Ich bin keine Mörderin“

Darmstadt-Dieburg - Eine Rentnerin stirbt nach Messerstichen, vor Gericht stehen eine Frau und ein Mann. Die 38-Jährige brach nun ihr Schweigen, bestritt aber, überhaupt am Tatort gewesen zu sein.

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Im Prozess um ein mutmaßliches Killer-Paar aus Reinheim und Ober-Ramstadt hat die Angeklagte die ihr zu Last gelegte Tötung einer Rentnerin bestritten. „Ich bin keine Mörderin“, sagte die 38-Jährige gestern vor dem Landgericht Darmstadt. Die Angeklagte soll zusammen mit ihrem damaligen 28 Jahre alten Partner die Seniorin mit mehreren Messerstichen in deren Wohnung im Dieburger Erlenweg getötet haben. Der 28-Jährige hat die Tat gestanden, behauptet aber, dass seine damalige Freundin auch zugestochen habe. Die Angeklagte sagte hingegen aus, dass sie zur Tatzeit nicht in Dieburg war.
Sie räumte ein, mit dem Angeklagten nach Spanien gefahren zu sein. „Ich war in meinem Film die Mitwisserin, die Freundin“, sagte sie. Auf dieser Flucht habe sie dann gemerkt, dass sie umkehren wolle. „Ich passte einen Moment ab, in dem er nicht in der Nähe war, und rief eine mir bekannte Polizistin an“, sagte die 38-Jährige. Zwei Tage später wurde das Paar in Spanien verhaftet.

Am Tattag habe sie den 28-Jährigen nach Dieburg gefahren, weil dieser seine Mutter besuchen wollte, die im gleichen Haus wohnte wie das spätere Opfer. Als sie ihn absetzte, habe er gesagt: „Wenn die Alte mir keine Kohle gibt, steche ich sie ab.“ Sie habe das nicht ernst genommen und sei losgefahren, um nach ihrer Tochter zu schauen und um in einer Stunde wieder zu kommen. Als sie den Angeklagten abholte, sei der ihr schon entgegengekommen und habe „schnell weg hier“ und „ich habe sie abgestochen“ gesagt. Ihr sei das alles wie ein Film vorgekommen.

Die Angeklagte hatte bereits nach ihrer Festnahme bei der Polizei bestritten, am Mord beteiligt gewesen zu sein. Sie und ihr damaliger Freund sind wegen gemeinschaftlichen Mordes angeklagt. Angeregt von Horrorfilmen und einer Fernsehserie über „Killer-Paare“ sollen sie sich entschieden haben, Serienmörder zu werden und im März vergangenen Jahres die Rentnerin erstochen haben.

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Zwei psychiatrische Gutachter, die die Angeklagte im Gericht beobachtet hatten und ansonsten nur die Krankenakten kannten, erklärten, dass die Frau – sollte sie Täterin sein – voll schuldfähig wäre. Ihre instabile Persönlichkeit, Alkoholabhängigkeit und ihre Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) seien mit Blick auf die Tatabläufe und das Verhalten nach der Tat nicht als schwerwiegende psychische Störungen zu sehen.

Die Seniorin wurde am 24. März 2017 durch elf Messerstiche getötet. Nach der Tat setzten sich die mutmaßlichen Täter nach Spanien ab, konnten dort aber festgenommen und im April nach Deutschland ausgeliefert werden. Der Prozess wird am 21. März fortgesetzt. (dpa/st)

Quelle: op-online.de

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