Mehr als eine Buchhandlung: Familie Kleene hat Gesamtkunstwerk geschaffen.

Insel der schönen Künste

Müde, aber glücklich: ein Teil des „Bücherinsel“-Teams mit Erich (von links), Theresa und Claudia Kleene. Bürgermeister Dr. Werner Thomas (hinten) freute sich bei der Neueröffnung über die Aufwertung des Marktplatzes.Fotos (2): Hager

Dieburg -  Dass am gleichen Tag des Jahres 1848 die erste Ausgabe der „Starkenburger Provinzial-Zeitung“, des Vorläufers des Dieburger Anzeigers im ersten Stock gedruckt wurde, war gestern am Markt 7 eher Nebensache: In dem traditionsreichen Gebäude, das aus dem 17. Jahrhundert stammt, drehte sich zwar alles um Gedrucktes, aber nicht um Zeitungen, sondern um Bücher. Von Lisa Hager

„Erstaunlich mit wie wenig Schlaf man auskommen kann“, brachte Erich Kleene seine Eindrücke der vergangenen Wochen und Monate auf den Punkt, während Gattin Claudia Kleene sich schon dem nächsten Kunden zuwandte, der zum „Schnuppern“ und Glück wünschen kam. Bis spät in die Nacht hatte das Team vor der Eröffnung noch am Auftritt der „Bücherinsel“ im neuen Gewand gearbeitet.

Die Familie Kleene hat der Dieburger Innenstadt mit der Sanierung des früheren „Möbel Engelhard“ und der Neueröffnung ihres Geschäfts (vormals Rheingaustraße) einen wichtigen Impuls gegeben. Hier entstand auf 600 Quadratmetern ein Tempel der schönen Künste, der in der Gegend seinesgleichen sucht. Die großzügigen Räumlichkeiten wirken mit ihren gemütlichen, aber eleganten Lesebereichen und der modernen Espressobar eher wie ein „Literatur-Café“ als eine Buchhandlung.

Aber nicht nur die „Bücherinsel“ hat sich deutlich vergrößert, auch Bärbel Kostron, die mit ihrem Modeatelier von der Steinstraße hierher gezogen ist, trägt entscheidend zum Dekorativen des Gesamtensembles bei.

Ein Saal mit 80 bis 100 Plätzen steht künftig für Lesungen und andere kulturelle Veranstaltungen bereit, die die Kleenes organisieren. Im Obergeschoss, der ehemaligen Zeitungsdruckerei, ist viel Platz für Präsentationen zu bestimmten Themen. Derzeit hat sich hier die größte Kalender-Ausstellung des Rhein-Main-Gebiets mit 3 000 Exemplaren versammelt.

Bürgermeister Dr. Werner Thomas drückte den Kleenes bei der Eröffnung seinen Dank für die Belebung und Aufwertung des Marktplatzes - und damit der gesamten Innenstadt - aus. „Wir brauchen kein Loop 5“, meinte er zuversichtlich mit Blick auf den Weiterstädter Konsumtempel. Die Dieburger Innenstadt punkte mit der Kombination eines historischen Kerns und solchen herausragenden Geschäften wie der „Bücherinsel“.

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