40 Jahre Zukunftsarbeit

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Zum Ehrenabend hatten sich die Jugendfeuerwehren Dieburg und Häusern sowie zahlreiche Gäste versammelt.

Dieburg ‐ Einen wahren Festmarathon hatten die Jungen und Mädchen der Dieburger Jugendfeuerwehr am vergangenen Wochenende bei den Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen zu bewältigen. Am 5. Mai 1971 wurde die Jugendfeuerwehr mit dem Ziel gegründet, Kinder und Jugendliche für die ehrenamtliche Arbeit bei der Freiwilligen Feuerwehr zu begeistern.  Von Verena Scholze

Dass aus dieser Idee ein so stolzes Jubiläum werden könnte, damit hatten die Gründer damals nicht gerechnet. Mit knapp 20 Mann stellte sich die Jugendfeuerwehr damals auf. Heute zählt die Truppe 37 Jungen und Mädchen im Alter zwischen zehn und 16 Jahren. Bei einem festlichen Jubiläumsabend ließen es sich viele Ehrengäste nicht nehmen, der Jugendfeuerwehr zu gratulieren und ihre Arbeit zu würdigen.

Anita Korte, die im Namen von Klaus Peter Schellhaas die Grußworte überbrachte, wies vor allem darauf hin, wie der Brandschutz aussehen würde, wenn es keine Freiwilligen Feuerwehren gäbe. „Dieses hätte dann Zustände wie in Italien zufolge, wo die Feuerwehr bei einem Einsatz bis zu 45 Minuten braucht, um vor Ort zu sein“, so Korte. Deutschlands freiwillige Feuerwehren besitzen in Europa hingegen einen Vorbildcharakter, denn innerhalb von zehn Minuten ist Hilfe bei einem Einsatz gewährleistet. Und dies alles durch Freiwillige Feuerwehren, die ihr Amt ehrenamtlich betreiben. Ohne sie gäbe es teure Berufsfeuerwehren, die finanziell auf Dauer gar nicht tragbar wären.

Jugendliche stehen füreinander ein

In den Städten und Gemeinden im Landkreis gibt es 69 Jugendfeuerwehren, von denen Dieburg einen der stärksten und größten Partner präsentiert. Diese Jugendlichen bilden die Grundlage, die die Freiwillige Feuerwehr an Nachwuchs benötigt. Denn wenn der Bürger im Notfall die 112 wählt, dann ist die Erste Hilfe gesichert.

Auch eine Beach Party gab es zum 40-jährigen Bestehen für die jungen Feuerwehrleute.

Ein klarer Tenor der Reden beinhaltete den Teamgeist, der bei der Freiwilligen Feuerwehr gefördert wird. Die Jugendlichen sind bereit, füreinander einzustehen und erlernen soziale Kompetenzen. Die Zugehörigkeit zur Jugendfeuerwehr liest sich auch im Lebenslauf sehr gut“, betonte Landtagsabgeordneter Manfred Pentz.
Kritischer fiel hingegen der Blick in die Zukunft von Kreisjugendfeuerwehrwart Manuel Feick aus. Die Jugendfeuerwehren müssen fast täglich ihre Strukturen analysieren und sich neuen Gegebenheiten anpassen“, erklärte Feick. „Denn ohne die Jugendfeuerwehr bricht das ehrenamtliche System zusammen“.

Daher forderte Feick noch mehr Unterstützung der Politiker, denn keine Kommune sei in der Lage, eine Feuerwehr einzukaufen. „Und wer besetzt die neu angeschafften Fahrzeuge in 20 Jahren, wenn der Nachwuchs fehlt?“, fragte Feick provokant.

Gäste aus Häusern feierten mit

Neben den zahlreichen Ehrengästen hatten sich auch Gäste der Jugendfeuerwehr aus Häusern (im Schwarzwald) eingefunden, um gemeinsam mit den Dieburgern zu feiern. Die beiden Jugendfeuerwehren verbindet seit nunmehr 15 Jahren eine enge Freundschaft. Ein Rückblick auf die Chronik der 40 Jahre ließ manchen in Erinnerung schwelgen, denn viele der damaligen Mitglieder waren selber anwesend.

Am Abend zuvor hatte die Jugendfeuerwehr bereits eine Beach Party im Feuerwehrstützpunkt veranstaltet, zu der sich rund 150 Jugendliche befreundeter Jugendfeuerwehren aus dem Bezirk eingefunden hatten. Neben guter Musik und alkoholfreien Cocktails heizte ein Limbo-Wettbewerb die Stimmung zusätzlich an. Im extra aufgeschütteten Sand und mit Palmen ließ es sich richtig mit „Beach Feeling“ feiern.

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