Mit 90 Jahren immer noch der Mittelpunkt der Familie

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Katharina Stauß mit Tochter Hedi (links) und Enkelin Sabina Mirza-Wiest.

Dieburg (ves) ‐  „Wir können es kaum glauben, dass sie schon 90 Jahre wird“, sagt Tochter Hedi lächelnd. „Mama sieht aus wie 80.“ Und wahrlich sieht man der Seniorin, die am heutigen Mittwoch Geburtstag feiert, ihr stolzes Alter nicht an.

Geboren wurde Katharina Stauß, geborene Böhle, 1920 in der Ritterstraße in Dieburg. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter - die kleine Katharina war gerade mal zehn Jahre alt - war das Leben nicht immer einfach. Die Stiefmutter war selber kinderlos und konnte ihr und ihrem sieben Jahre älteren Bruder die geliebte Mutter nicht ersetzen.

Nach der Schule machte Stauß eine Friseurlehre in Darmstadt. 1942 heiratete sie während des Krieges ihren Mann Josef und das Paar zog in die Spitalstraße. Nach der Geburt ihrer ersten Tochter 1944 nahm sie die Arbeit als Friseuse im Salon Wohlfarth in Dieburg wieder auf. Bis zum Kriegsende musste Katharina viele Nächte allein mit dem Säugling im Luftschutzkeller verbringen, da ihr Mann Soldat war. Er geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft und nur der Hartnäckigkeit seiner Frau war es zu verdanken, dass man ihn - krank und abgemagert - mit ihr nach Hause reisen ließ. „Es war eine harte Zeit, bis ich ihn überhaupt gefunden hatte“, blickt Stauß zurück.

Perfektes Dreimädelhaus

1947 wurde die zweite Tochter geboren und 1954 war dann mit der Geburt der dritten Tochter das Dreimädelhaus komplett. Leider jedoch sollte sich ihr Mann Josef nie richtig von den Strapazen des Krieges erholen, er starb 1960 an einem Herzinfarkt. So war Katharina mit 39 Jahren allein mit ihren drei Töchtern und musste ihre ganze Kraft aufwenden, diese schwere Zeit zu überwinden.

In den Siebzigerjahren, als ihre Kinder auf eigenen Beinen standen, erlebte Stauß eine intensive Zeit mit vielen Reisen innerhalb Deutschlands und den angrenzenden Ländern. „Es waren bestimmt um die 60 Reisen“, sagt Stauß. Ihre wohl exotischste Reise unternahm sie gemeinsam mit Tochter und Schwiegersohn nach Pakistan, an die sie noch heute gerne zurück denkt.

Enkel spielten am liebsten Rommé Cup

 „Vor zwei Jahren waren wir noch gemeinsam am Lago Maggiore“, erinnert sich ihre Enkelin Sabina Mirza-Wiest lächelnd. Und auch im Vorjahr war die Jubilarin gemeinsam mit ihren jüngeren Töchtern in Fleesensee.

Am schönsten für die Seniorin ist es immer, wenn sich die Familie zu Besuch einfindet. Ihre drei Urenkel spielen am liebsten mit ihr Rommé Cup und auch an den Familienfesten ist sie stets der Mittelpunkt der Familie.

Aber auch außerhalb der Familie ist Stauß noch aktiv. So trifft sie sich gerne zum Kartenspielen mit ihren Freundinnen und besucht den Altenclub „Abendsonne“ oder andere Angebote für Senioren.

Den Geburtstag feiern wir im Familienkreis“, sagt Stauß und ergänzt stolz: „Meine Töchter haben schon alles vorbereitet.“

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