Jakobsborn um eine Schönheit reicher

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Wilhelm Neff zimmerte bereits das Taubenhaus auf dem Leer-Parkplatz, die achtteilige Rundbank im Klostergarten, die Brücke an der Menhir-Anlage bei Roßdorf und nun die schmucke Einfriedigung der restaurierten Brunnenanlage am Jakobsborn.

Dieburg - Das bekannte Kulturdenkmal „Jakobsborn“ im Dieburger Wald - am Herrnweg zwischen Freizeitzentrum und Moret gelegen - kann sich mit der Sanierung der Brunnenanlage über eine weitere Aufwertung freuen.

Es erstrahlt nicht nur in neuem Glanz, sondern weist neben der Neufassung der Quelle und der Erneuerung der Einfriedigung nun auch ein eigens gefertigtes Jakobsrelief auf.

Seit knapp drei Jahren verfolgt der Odenwaldklub Dieburg kontinuierlich das Ziel einer gründlichen Renovierung der beliebten Ausflugsstätte und ihre schöne Einbettung in ein attraktives regionales Gesamtkonzept der Naherholung. Durch zahlreiche ehrenamtliche Arbeitseinsätze und gezielte Einbeziehung von Fachbetrieben nahm sich der OWK-Dieburg vor, den Jakobsborn in einen Zustand zu versetzen, der als Standard für entsprechende Anlagen in einem Naturpark festgelegt ist.

In enger Zusammenarbeit mit Revierförster Peter Sturm wurden Maßnahmen und Arbeitsschritte festgelegt, die nicht nur in der Stadt- und Forstverwaltung Zustimmung und Unterstützung fanden, sondern auch bei der Jubiläumsstiftung der Sparkasse Dieburg, die zum 175-jährigen Geschäftsjubiläum in Zusammenarbeit mit dem Odenwaldklub Wander- und Radwege durch landschaftlich reizvolle Gegenden der Region eingerichtet hat.

Idealer Ort zum Verweilen

Mit der Bezeichnung S7 verläuft einer von ihnen über eine Strecke von 42 Kilometern durch die Dieburger Mark. Auf dem Streckenabschnitt zwischen Groß-Zimmern und Messel ist der Jakobsborn neben der Birkenruhe und dem Naturfreundehaus auf der Moret ein idealer Ort zum Verweilen. Dass der Jakobsborn schon seit jeher gerne als Stätte der Erfrischung und Erholung angenommen wurde, ist bekannt und geschichtlich nachweisbar.

Als sprudelnde Quelle war sie nicht nur Hirten und Waldarbeitern nützlich, sondern auch Wanderern und Pilgern. Mit der Herausbildung der Wallfahrts- und Pilgertradition im Mittelalter entwickelte sich auch Dieburg zu einem bedeutsamen Zentrum religiösen Lebens. Ein geeignetes Wegenetz mit entsprechender Infrastruktur entstand und etablierte sich als „Jakobsweg“ mit überregionaler Reichweite, der vielerorts Spuren hinterlassen hat. So auch in der hiesigen Gemarkung mit der Brunnenbezeichnung „Jakobsborn“.

Vor drei Jahren wurde mit den Renovierungsarbeiten um das Kulturdenkmal begonnen und erste Ergebnisse präsentiert. In der Werkstatt für behinderte Menschen wurde eine Rundbank gezimmert und um die stattliche Douglasie aufgestellt, deren mächtiges Erscheinungsbild üppiges Brombeerdickicht lange Zeit beeinträchtigte.

Spaziergang soll sich noch mehr lohnen

Die in die Jahre gekommenen Bänke und Tische wurden erneuert und der Unterstand durch einen schmucken Pavillon ersetzt. „Wir möchten, dass sich auch ein Spaziergang in der Dieburger Gemarkung mehr und mehr lohnt, Radfahrer und Wanderer für eine Rast ein weiteres attraktives Ziel finden und auch Schulklassen die Anlage für waldpädagogischen Unterricht nutzen können, zumindest aber einen interessanten Ort zum Verweilen“, begründet der Vereinsvorsitzende Franz Zoth die Entscheidung des Vorstands.

Am Samstag, 29. Oktober, ist es so weit. Im Rahmen einer Feierstunde wird die renovierte Brunnenanlage eingeweiht. Die Quelle wurde neu gefasst, das Bruchsteinmauerwerk saniert, die Einfriedigung erneuert und ein Gedenkstein mit Jakobsrelief gefertigt.

An der Realisierung des Projekts beteiligte sich neben dem Odenwaldklub auch die Jubiläumsstiftung der Sparkasse mit einer Zuwendung. Zum Thema „Der Natur auf der Spur - Walderlebnis für alle Sinne“ wird Revierförster Peter Sturm um 10 Uhr einen Spaziergang zum Jakobsborn anbieten, bei dem das bewusste Sehen und Hören, Riechen und Fühlen im Zentrum stehen soll. Wer daran teilnehmen möchte, trifft sich um 10 Uhr am Parkplatz vor dem Naturfreundehaus „Morethütte“.

Originelles „Wildschwein-Schießen“

Die Einweihung der neuen Anlage mit entsprechenden Grußworten von Bürgermeister Dr. Werner Thomas, Forstdirektor Helmut Seitel, Sparkassendirektor Manfred Neßler und Pfarrer Alexander Vogl ist für 11 Uhr vorgesehen. Im Anschluss sorgt das Küchenteam des OWK für das leibliche Wohl mit passenden Getränken und Wildbratwurst vom Grill sowie Kaffee und Kuchen, die zum Selbstkostenpreis abgegeben werde.

Ein besonderes Beiprogramm für Kinder bietet allerlei Kurzweil. Für sie wird ein originelles „Wildschwein-Schießen“ vorbereitet. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung vom Alphornquintett „Alphorn-Echo-Kasselgrund“. Die Bevölkerung ist zur Teilnahme an diesem „Event“ herzlich eingeladen.

Quelle: op-online.de

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