Krippenwanderung führte Kinder durch Dieburgs Kirchen

„Jesus hat etwas mit uns zu tun!“

Pater Joachim erklärte den Kindern die Krippe im Kapuzinerkloster. Foto: Friedrich

Dieburg - „Und sie kamen zu einem Stall und fanden ein Kind, in der Krippe liegend. . . “ auf den Spuren der Weihnachtsgeschichte wandelten nun - knapp zwei Jahrtausende später - kleine Christen in Dieburgs Gotteshäusern. Von Ursula Friedrich

Gleich etliche Male fanden die Kinder bei ihrer Krippenwanderung das Jesuskind in besagtem Tierfuttertrog. Doch: Nach dem Besuch der sechs Kappellen und Kirchen war schnell klar, dass bei der künstlerischen Gestaltung historischer und moderner Krippen ganz unterschiedliche Akzente gesetzt wurden.

„Hier gibt es sogar einen Schäferhund!“ beobachtete die kleine Carla in der Kapelle des St. Rochus-Krankenhauses. Und so viele Schafe hatte es in St. Wolfgang auch nicht gegeben, stellten die rund 15 Teilnehmer der traditionellen Krippenwanderung der katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Paul fest.

Die Gestaltung der Holzkrippen, die es in sechs Kirchen und Kapellen zu bestaunen gab, war eines. Die tieferen Inhalte der heiligen Szene vermittelte Dagmar Ruißinger - neben Christina Marx und vielen anderen Helfern, Organisatorin der Wanderung - mit szenischem Spiel.

In die Rolle von Tieren geschlüpft

In jeder Kirche schlüpften die Kinder in die Rolle von Tieren. Da zankten sich Katz´ und Maus. Ein alter Esel war schwach und einsam. Der Bär fror  bitterlich.  Vor der Krippe fanden die Tiere Frieden, Wärme, Freunde und Liebe.

„Noch ist das Jesuskind sehr klein und kann nicht sprechen“, erzählte Pater Joachim vor der Krippe des Kapuzinerklosters, aber später sagt es uns wunderschöne Sachen, dass Gott uns trägt und wir keine Angst vor dem Tod haben müssen.“

Im Gotteshaus des Kapuzinerklosters erwartete die jungen Besucher eine besondere Darstellung der Geburtsstunde Jesu´. Gleich drei Mal fand sich der Gottessohn auf einer drehbaren Krippe wieder. „Guckt mal, hier sind nicht Maria und Josef, sondern Spiegel neben dem Kind!“ verwies der Mönch, „ das will uns sagen: Jesus hat etwas mit uns zu tun!“

Die zum Teil abstrakte Herangehensweise an die christliche Botschaft wurde den Kindern bildlich und am Beispiel der Tiere plastisch verdeutlicht. Mit Liedern und Gedichten wurden Impressionen vertieft. Bei Keksen und Kerzenschein ließen die Veranstalter die Erlebnisse langsam ausklingen.

Dagmar Ruißinger fasste noch einmal die Botschaft der Krippenszenen zusammen. Kinder, so ihr Credo erfassten intuitiv die Weihnachtsbotschaft in der Geburt des Heilands. „Dieses Weihnachtsgefühl von Liebe, Hoffnung und Wärme, das wir Erwachsenen manchmal vermissen.“

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