Jetzt blühen Blumen auf „Dieburger Schulinsel“

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Künftige Floristinnen stellten gestern im neuen LGS-Agrarzweig ihr Handwerk vor.

Dieburg ‐  „Da wird man ja neidisch, wenn man das hier sieht“, sagte der Darmstädter Stadtrat Dr. Dierk Molter gestern auf der Leer. Von Michael Just

Zusammen mit einer Vielzahl von Vertretern aus Politik, Schule und dem Handwerk war er gekommen, um mit Landrat Klaus Peter Schellhaas, dem Kreisbeigeordneten Christel Fleischmann und Bürgermeister Dr. Werner Thomas den Neubau für das Berufsfeld Agrarwirtschaft und die Floristik einzuweihen. Der rund 2,6 Millionen Euro teure Neubau, der der LGS angegliedert ist, verbindet in moderner Weise Theorie- und Praxisräume. Mehr als 1 000 Quadratmeter stehen für den Unterricht zur Verfügung. Dazu wurden verschiedene Muster- und Übungsgärten sowohl innen als auch im Freilandbereich geschaffen. Sie dienen der praktischen Ausbildung der künftigen Floristen, Gärtner und Landwirte, die aus dem Kreisgebiet und der Stadt Darmstadt kommen. „Damit wird die LGS nicht nur ein zentraler Standort für Südhessen, sondern beispielhaft für das ganze Bundesland“, sagte Fleischmann. Wie der Landrat bemerkte, seien die Investitionen nur ein Teil von den 250 Millionen Euro, die aufgewendet würden, um die 81 Schulen im Kreis zukunftsfähig zu machen. Laut Schellhaas habe zwar die Wirtschaftskrise die Planungen beeinflusst, andererseits profitiere man von den staatlichen Konjunkturprogrammen, die dem Kreis 144 Millionen Euro an Zuschüssen bringen.

Wie der Landrat ankündigte, werde sich die „Dieburger Schulinsel“ mit ihren fünf Schulen in Zukunft weiter verändern. „Wenn Dieburg es schafft, sich mit dem Mediencampus zu verbinden, sage ich der Stadt eine gute Zukunft voraus“, so Schellhaas.

Berufliches Gymnasium soll das Fach Agrartechnik erhalten

Die so genannten „grünen“ Berufe werden seit dem 11. Januar beschult. Gleichzeitig wurde mit dem Einzug der dualen Ausbildungsberufe eine einjährige Fachoberschule „Agrarwirtschaft“ sowie ein Berufsvorbereitungsjahr „Agrartechnik“ eingerichtet. Der Fachbereich „Agrartechnik“ ist somit in das an der LGS bereits bestehende Fachoberschul-Konzept eingebunden. Damit haben Schüler mit mittlerem Bildungsabschluss die Chance, die Fachoberschulreife zu erlangen.

Zudem ist geplant, das berufliche Gymnasium um die Fachrichtung „Agrarwirtschaft“ zu erweitern. Fleischmann lobte die bereits spürbare Zusammenarbeit der fünf Dieburger Schulen über die unterschiedlichen Schulformen hinweg. Dafür stand gestern auch die Schulband der benachbarten Alfred-Delp-Schule, die die Einweihung mit Rockmusik untermalte. Auszubildende des dritten Lehrjahrs präsentieren das Erlernte im Garten- und Landschaftsbau an Beispielen. Laut Fleischmann stehe jetzt noch eine gemeinsame Mensa für alle Schulen aus.

„Grüne Berufe“ werden in Dieburg stark aufgewertet

Die Schülerzahl von derzeit rund 1 800 hat sich mit dem Einzug der Agrarwirtschaftler schlagartig um 350 erhöht. Auch die personelle Situation im Lehrkörper hat sich verändert: Das fachliche Lehrpersonal von der Peter-Behrens-Schule in Darmstadt wurde nach Dieburg versetzt. Außerdem wurden zwei Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst und eine Studienrätin mit dem Lehramt „Agrarwirtschaft“ eingestellt. Dass die „grünen Berufe“ in Dieburg eine derartige Aufwertung erfahren, lobte auch Bürgermeister Thomas. Da man heute um eine praxisnahe Ausbildung bemüht sei, bot Thomas an, Kontakte zum städtischen Gartenbauamt herzustellen. Er betonte nicht nur Aufwertung der LGS, sondern auch die gestiegene Bedeutung für die Stadt: „Mit dem FH-Campus und dem neuen Hessencampus auf der Leer verfügen wir über ein Alleinstellungsmerkmal. Dieburg beschreitet derzeit den Weg hin zur Bildungsstadt im Landkreises.“

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