Dritte Fischtreppe im Stadtgebiet am Schloss Stockau ist fertiggestellt

Jetzt geht´s bergauf

Mit Natursteinen wurde die Trennmauer der neuen Fischtreppe am Schloss Stockau verblendet. - Foto: Hager

Dieburg J . Die dritte Fischtreppe im Stadtgebiet ist fertig: Nach den Anlagen am Amtsgericht und an der Brückenmühle kann es jetzt auch am Schloss Stockau für die Fische bergauf gehen. Von Lisa Hager

Für das nächste und letzte Projekt an der Gersprenz im Stadtgebiet, am Wehr der Mörsmühle, ist allerdings noch kein Geld in Sicht.

Ende vergangenen Jahres ist die Gesamtanlage am Schloss Stockau im Schlossgarten abgenommen worden, so der Geschäftsführer des Gersprenzverbandes, Heinrich Hess, auf Anfrage. „Jetzt müssen im Frühjahr nur noch die Außenbereiche in Absprache mit der Stadt bepflanzt werden“, sagt er. Der Verband, in dem 21 Anrainerkommunen der Gersprenz sowie die Landkreise Darmstadt-Dieburg und Odenwald organisiert sind, ist der Bauherr der Fischtreppen im Stadtgebiet. Finanzieren könnte er sie allerdings nicht alleine: Die 500 000 Euro Gesamtkosten werden zu 80 Prozent aus Landesmitteln gedeckt, 20 Prozent übernimmt der Verband, sprich seine Mitgliedskommunen über die Verbandsumlage.

Und diese musste für dieses Jahr erhöht werden, „moderat, wie Hess sagt. Für 2014 stehen dem Verband für alle Projekt 600 000 Euro zur Verfügung, im vergangenen Jahr waren es 570 000 Euro.

Die nächsten drei Jahre werden die Mittel hauptsächlich in ein Regenüberlaufbecken Retentionsräume im Fischbachtal fließen. Projekte, die die im mittleren und unteren Gersprenztal liegenden Kommunen vor Hochwasser schützen. Die Investitionen belaufen sich hier auf insgesamt vier Millionen Euro, drei davon kommen als Zuschuss, den Rest muss der Verband aufbringen.

Deshalb wird das nächste und letzte Fischtreppenprojekt in Dieburg noch warten müssen: An der Mörsmühle steht den Fischen ebenfalls noch ein großes unüberwindliches Wehr im Wege. Auch hier rechnet Hess mit Kosten von rund einer halben Million Euro. „Das werden wir so schnell nicht packen“, sagt er. „Und wie man im Odenwald sagt, soll man ja immer einen Kloß nach dem anderen essen.“

Eine Besonderheit gab es bei den Bauarbeiten im Schlossgarten zu beachten, die wegen der starken Regenfälle im vergangenen Frühjahr zweimal regelrecht „abgesoffen“ war: Bei den Planungen musste auch der Denkmalschutz berücksichtigt werden. Der Schlossgarten mit seinen fünf Hektar Fläche ist schließlich der Rest einer historischen Parkanlage von einst 25 Hektar Größe. Der gesamte Schlossgarten mit seinem alten Baumbestand steht unter Denkmalschutz. Deshalb mussten die Arbeiten auf engem Raum auch besonders umweltschonend ausgeführt werden. Um das Schloss-Gebäude zu schonen, wurde im Bachbett statt Spundbohlen eine Betonwand zur Trennung hochgezogen und aus optischen Gründen mit Bruchsteinen verkleidet.

Der Einbau einer Fischtreppe ist eine Maßnahme auf der Grundlage der europäischen Wasserrahmen-Richtlinien. Dabei geht es um die Schaffung einer „ökologischen Durchgängigkeit der Gersprenz“. Die Fische sollen nicht durch unüberwindbare Wehre am Aufwärts- oder Abwärtsschwimmen gehindert werden.

Für die Arbeiten an der Fischtreppe im Schlossgarten wurde das Gersprenzwasser in den Glaubers- und Herrngraben abgeleitet und zudem noch durch ein 40 Zentimeter dickes Rohr durch die Baustelle geführt.

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