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Einen schweren Stand hatte Erste Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück bei der Bürgerversammlung für die Anwohner im I-Nord am Freitag im Rathaus. Den Verantwortlichen für die Planung des Asylbewerberheims im Nordring wurde Geheimnistuerei vorgeworfen.

Dieburg - Rund 90 aufgebrachte Anwohner des Nordrings und umliegender Straßen machten sich am Freitagnachmittag im Rathaus Luft. Von Lisa Hager

Den Verantwortlichen für die Planung eines Asylbewerberheims für 60 Personen wurde vorgeworfen, das Projekt möglichst lange unter der Decke gehalten zu haben, um Proteste zu vermeiden.

Erste Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück, die mit Holger Gehbauer, dem technischen Betriebsleiter des Gebäudemanagements und Thomas Koch, dem Leiter der Abteilung für Zuwanderer und Flüchtlinge, nach Dieburg gekommen war, hatte einen schweren Stand. „Ich weise den Vorwurf zurück, dass wir absichtlich nicht rechtzeitig informier haben“, versuchte sie sich unter Protestrufen zu verteidigen. Ähnliche Vorwürfe musste sich Bürgermeister Dr. Werner Thomas anhören. Der Magistrat hatte bereits im Mai grünes Licht für die Verpachtung des städtischen Grundstücks an den Landkreis erteilt. „Und jetzt erst hören wir davon“, beschwerte sich ein Anwohner, „das ist ein Riesenvertrauensmissbrauch. Damit haben Sie alle enormen politischen Schaden angerichtet.“

Interessengemeinschaft

Der Fehler an der vorliegenden Planung sei, dass man zu viele Menschen weit weg von jeglichen Möglichkeiten der Integration konzentrieren wolle, war einer der Hauptvorwürfe. Die Anwohner – darunter auch etliche künftige Neubürger, die erst dort Häuser bauen oder kaufen wollen – haben sich inzwischen zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen. Sie lassen bereits prüfen, ob man gegen die Baupläne des Kreises rechtlich vorgehen kann.

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Platz für 60 Asylbewerber

Immerhin stand am Ende der explosiven Versammlung, zu der auch Münsters Bürgermeister Walter Blank gekommen war, ein erstes Ergebnis: Es wird ein Arbeitskreis gebildet, der umgehend seine Tätigkeit aufnimmt. Mitarbeiten werden Rosemarie Lück. Dr. Werner Thomas, Walter Blank sowie bis zu fünf Vertreter der Interessengemeinschaft Dieburg-Nord. Das erste Treffen ist bereits auf kommenden Mittwoch (26.) anberaumt. Ziel ist das Erarbeiten von Lösungsvorschlägen zur dezentralen Unterbringung von Asylbewerbern beziehungsweise anderen akzeptablen Alternativen. Lück versprach den Bürgern zudem, dass das laufende Ausschreibungsverfahren für das Bauprojekt um drei Wochen ausgesetzt wird. Diesen Zeitraum soll der Arbeitskreis für die Suche nach Alternativen nutzen.

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