Jetzt tickt die Uhr gnadenlos

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Die beiden Teams der KjG Dieburg schuften derzeit 72 Stunden lang für die Kita St. Josef.

Dieburg - „Uns schickt der Himmel“ – bescheiden klingt der Slogan der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) bei der in den vergangenen Wochen intensiv beworbenen 72-Stunden-Aktion nicht gerade. Von Jens Dörr

Zutreffend ist er dennoch: Noch bis zum morgigen Sonntag um exakt 17.07 Uhr setzen deutschlandweit 100 000 Kinder und Jugendliche rund 3 000 Projekte aus dem sozialen, kulturellen, politischen oder ökologischen Bereich um.

Am Donnerstag – ebenfalls um 17.07 Uhr – fiel auch für die drei teilnehmenden Dieburger Gruppen der Startschuss. Bei der regionalen Auftaktveranstaltung des BDKJ-Diözesanverbands Mainz in Richen wussten um 17 Uhr weder die beiden in zwei Altersgruppen unterteilten Teams der KjG Dieburg noch die der Kolpingjugend, was in den kommenden drei Tagen auf sie zukommen würde. Nur, dass es viel Arbeit und wenig Schlaf sein würde, war wohl jedem bewusst. Wenige Minuten später herrschte hektische Betriebsamkeit – die Projekt-Paten der Gruppen hatten ihre Aufträge erhalten und die Umschläge mit den Aufgaben geöffnet.

Bei der Kolpingjugend Dieburg ist Karin Ruf die Projektpatin. Das Projekt ihrer Gruppe heißt "Zukunftswerkstatt Juca".

Projektpate der beiden KjG-Gruppen ist in diesen Tagen Karlheinz Braun, der im Februar letztmals bei einer Fastnachtssitzung als „Verrer Gunkes“ auftrat. Er präsentierte der Gruppe der über 15-jährigen KjGler ihre Aufgabe: Sie sollen bis zum Sonntag einen Grillplatz für die Kindertagesstätte St. Josef bauen. Die Katholische Tageseinrichtung für Kinder ist gleichzeitig auch Projektpartner dieser Gruppe. Die unter 15 Jahre alten Mitglieder der KjG packen zurzeit genauso kräftig mit an. Ebenfalls für die Kita St. Josef sollen sie eine „Kräuterspirale“ erstellen und das Einweihungsfest für Grillplatz und Spirale organisieren. Bei der Kolpingjugend Dieburg, die sich nach der bis dato strengstens geheim gehaltenen Vergabe der Aufträge rasch aus Richen verabschiedete, ist Karin Ruf (Stellvertretende Vorsitzende des TV Dieburg) die Projektpatin. In „ihrer“ Gruppe sind Teilnehmer im Alter von neun bis 19 Jahren zu finden, die eine weniger handwerkliche, aber dennoch sehr spannende Aufgabe zu bewältigen haben: In einer „Zukunftswerkstatt Juca“ sollen sie in Erfahrung bringen, was sich hiesige Kinder und Jugendliche für die Renovierung des Dieburger Jugendcafés wünschen. Die Ergebnisse sollen dokumentiert werden, überdies ein Logo auf die Außenwand gemalt werden. Gerade bei der Befragung könnte das Punk- und Metal-Konzert gestern Abend im Juca geholfen haben, war da doch ein Teil der Klientel vor Ort versammelt.

Am Sonntagabend wird Bilanz gezogen und geschaut, ob die Vorhaben in der äußerst knappen Zeit umgesetzt werden konnten. Gut möglich, dass die Kinder und Jugendlichen heute und morgen den einen oder anderen Erwachsenen spontan um Mithilfe ersuchen werden. Sicher ist: Bei ihrer Arbeit werden die Teilnehmer zwischen Nord- und Bodensee rund 7,2 Millionen ehrenamtliche Arbeitsstunden leisten, davon etwa 324 000 im Bistum Mainz.

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