Spatenstich für Dienststelle in der August-Horch-Straße

Johanniter schaffen sich ein neues Heim

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Fünf Mann, ein Projekt: Norbert Look (v. l.), Joachim Mannel, Holger Lehr, Giuseppe Graceffa und Heinz Schwebel beim ersten Spatenstich für die neue Dienststelle der Johanniter Unfallhilfe.

Dieburg ‐ Bagger und Bautrupps haben längst Tatsachen geschaffen und das Fundament für die neue Dienststelle der Johanniter Unfallhilfe gegossen. Dennoch trafen sich Architekten und Vorstandsteam auf der Baustelle August-Horch-Straße 6 gestern zum offiziellen ersten Spatenstich – euphorisch das Werkzeug in die inzwischen ausgedörrte Erde rammend. Von Ursula Friedrich

„Vor einigen Wochen wäre der Spaten noch im Wasser versunken“, kommentierte Architekt Joachim Mannel die Aktion. Für die kleine Feier gibt es allen Grund: 65 Mitarbeiter, 80 ehrenamtliche Helfer und ein ganzer Fuhrpark können bald aus der maroden Dependance in der Güterstraße 26 umsiedeln. „Vielleicht können wir schon an Weihnachten einziehen“, hofft Norbert Look vom Regionalvorstand der Johanniter.

Ein rund 3 100 Quadratmeter großes Grundstück war der sozialen Einrichtung von der Stadt für ihren Neubau in Erbbaupacht zur Verfügung gestellt worden. In einer ersten Bauetappe wird nun das Verwaltungsgebäude errichtet, das die Abteilungen Ausbildung, Hausnotruf, Essen auf Rädern sowie den Fahrdienst samt Einsatzzentrale beherbergen soll.

Im zweiten Bauabschnitt stehen der Bau einer Werkstatt und Waschhalle, sowie einer Fahrzeughalle und Carports für den 45 Fahrzeuge umfassenden Fuhrpark auf der Agenda. Rund 1,9 Millionen Euro umfasst die Bausumme. 800 Quadratmeter Nutzfläche werden allein im Verwaltungsgebäude zur Verfügung stehen. Den umbauten Raum bezifferte Architekt Mannel mit 3 500 Kubikmetern.

Während der Vorstand, Mitarbeiter und Ehrenamtliche euphorisch das „Wachstum“ auf der Baustelle verfolgen, drückt der Sorgenschuh an anderer Stelle.

„Momentan haben wir eine Krisensitzung“, sagte Norbert Look. Grund ist die Abschaffung der Wehrpflicht und damit auch des Zivildienstleistes – einer wichtige Säule der sozialen Arbeit bei den Johannitern. Look: „Es kann sein, dass gewisse Bereiche (Fahrdienste) wegbrechen, weil dies dann einfach nicht mehr leistbar ist“.

Zur Zeit sind in der Zweigstelle Dieburg 17 Zivildienstleistende und ebenso viele Mitarbeiter im freiwilligen sozialen Jahr tätig. Zum 30. Juni geht die Ära der Zivildienstleistenden zu Ende und soll - so die Idee der Bundesregierung – durch einen Bundesfreiwilligendienst ersetzt werden.

Prognose bei den Johannitern: „Es wird ein Loch geben.“

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