Zum Jubiläum auch Nachdenkliches

„Bee Flat“ feiert 20. Geburtstag im „Kronekeller“. Eventuell folgt noch größere Party. Die in der Region sehr bekannte Band „Bee Flat“ - auf dem Foto Ralf Schneider (vorne links) und Madalena da Silva Rebolo (vorne rechts) - feierte im „Kronekeller“ zwischen den Jahren mit geladenen Gästen ihren 20. Geburtstag. - Foto: Dörr

Dieburg - Großes Jubiläum, doch Fete eher im kleinen Rahmen: Zum Ende des Jahres feierte die Soul-, Blues- und Funk-Band „Bee Flat“, der insbesondere Mitglieder aus Dieburg sowie der näheren Umgebung angehören, ihr 20-jähriges Bestehen. Von Jens Dörr

Bei einem Konzert im „Kronekeller“, zu dem rund fünf Dutzend geladene Gäste kamen, knallten zwischen den Jahren die Sektkorken.

„Wir haben uns ganz bewusst für einen kleineren Jubiläums-Gig entschieden“, erläuterte Schlagzeuger Oliver May die Umstände. Schon allein die aktuelle Besetzung nahm in dem gemütlichen Gewölbekeller einen nicht unbeträchtlichen Teil des Platzes ein: Mit Ralf Schneider (Gesang, Bluesharfe), Madalena da Silva Rebolo (Gesang), Stefanie Henning (Gesang), Peter Lehmler (Gitarre, Gesang), Stephan Kalup (Bass), Rafael Delgado (Keyboards, Gesang), den Bläsern der „Horny Bees“ (Thomas Fischer an der Trompete, Norbert Frank am Saxophon und Siegmar Löbig an der Posaune) sowie Drummer May selbst bilden im Maximalfall zehn Musiker die Formation. Mit Annika Otto und Andreas Schneider traten zum Jubiläum zudem zwei ehemalige Bandmitglieder nochmal auf.

„Es ist schon erstaunlich, dass wir es ohne Probleme geschafft haben, schon 20 Jahre - anfangs zu acht, mittlerweile zu zehnt - unser Ding zu machen“, freute sich May über den für eine Musikgruppe tatsächlich ziemlich langen Atem. Höhepunkte der Bandgeschichte waren unter anderem die Jahre 2008 und 2009: Zunächst wurde „Bee Flat“ „hr1-Band des Jahres“, ehe Monate später ein Auftritt im Vorprogramm von B.B. King zustande kam. Die Musiker trafen auch persönlich mit der Blues-Legende zusammen.

„Das Schönste waren und sind immer die Auftritte“, so May. „Mit den Bandproben und dem regelmäßigen Üben ist das alles unglaublich zeitintensiv - und alles in allem unbezahlbar.“ Die Kontinuität der Musiker, die ihr Geld anderweitig verdienen, „zeigt, mit wie viel Herz und Leidenschaft wir dabei sind“.

Allerdings sei es auch mit einem Bekanntheitsgrad wie jenem von „Bee Flat“ - die keineswegs für überzogene Vorstellungen bei der Gage bekannt sind - nicht so, dass neue Gigs wie reife Früchte von den Bäumen fielen: „Leider ist die Auftrittssituation sehr schwierig - was alle Coverbands trifft, für eine zehnköpfige Band leider nicht weniger“, so May. Man sei aber gelassen und werde sich nicht entmutigen lassen. Soul und Funk würden als Genres nie verschwinden.

Konkret in Dieburg gebe es „für Cover-Bands kaum noch Möglichkeiten für Auftritte“, stellte der Schlagzeuger aber auch heraus. „Der Wegfall der Ludwigshall’ war insofern einschneidend. Die Römerhalle ist für selbst organisierte Konzerte nicht zuletzt aufgrund der Größe und der finanziellen vorgegebenen Rahmenbedingungen der Stadt weder interessant noch realisierbar. Auch der veränderte Maimarkt und das Schlossgartenfest bieten nach derzeitigem Stand keine Möglichkeiten mehr, was ebenso bedauerlich ist.“ Das sei „im Ergebnis ein großer kultureller Rückschritt in der Stadt“.

Insofern sei es „eben auch in Dieburg fast unmöglich, etwas Größeres auf die Beine zu stellen“. Dennoch habe man so etwas in 2014 „fest vor“ und dafür wohl doch eine „entsprechende Location“ in Aussicht. Eine Entscheidung falle in Kürze. Schon um Ostern herum könnte in der „Bee Flat“-Heimat gefeiert werden - dann in größerem Rahmen.

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