Verein der Freunde und Förderer Museum Schloss Fechenbach feiert Jubiläum

In zehn Jahren schon viel erreicht

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2007 wurde das sanierte Museum Schloss Fechenbach mit dem neuen Anbau (links) eingeweiht. Der rührige Förderverein besteht schon seit 2004.

Dieburg - Ein Spiritus Rector ist ein lenkender, führender Geist. Am Sonntagmorgen hatte Christine Klostermann, die Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer Museum Schloss Fechenbach, diese lateinische Ehrenbezeichnung für den langjährigen Stadtrat Klaus Rüth parat. Von Michael Just 

Vor einer Dekade war es vor allem sein Antrieb, dass am 15. Juni 2004, mit neun weiteren Gründungsmitgliedern, der Verein aus der Taufe gehoben wurde. Am Sonntagmorgen wurde das Jubiläum mit einer Feier im Schloss Fechenbach begangen.

Eine klassische, musikalische Note verliehen dem Vormittag Mareike Grimm (Querflöte) und Stefan Braun (Klavier). Zudem bat man Professor Dr. Egon Schallmayer, der 1979 über das römische Dieburg und seine Gräberfelder promovierte, seine wichtigsten Erkenntnisse aus Vergangenheit und Gegenwart darzulegen.

Wie Klostermann in ihrer Begrüßung sagte, sei die ehemals kleine Gruppe aus Museumsfreuden mittlerweile auf über 100 Mitglieder gewachsen. Finanziell und mit „Manpower“ würden diese ihre Ziele verfolgen. Der Auffassung, dass zehn Jahre nur eine kleine Zeitspanne für einen Verein sind, stellte Klostermann die erzielten Errungenschaften gegenüber. Dazu gehören unter anderem die Wiederherstellung des Terrazzoboden im Foyer des Schlosses, die Restaurierung und der Kauf wertvoller Gemälde, das Modell der Dieburger Synagoge oder die Nachbildung der Jupitersäule für den Römerkreisel. Für alle Projekte stellte der Verein rund 40 000 Euro zur Verfügung, was laut Klostermann ohne Spenden, wie etwa durch die Sparkasse, der Volksbank, dem Rotary und dem Lions Club, nicht möglich gewesen wäre. Die Vereinsaktivitäten bestanden aus einer Vielzahl von Literaturabenden, Ausflügen sowie Aktionen, wie etwa am Denkmalstag.

Römische Geschichte Dieburgs aufleben lassen

Mit Referent Dr. Egon Schallmayer, ehemaliger Vorsitzender des Verbandes der Landesarchäologen und international anerkannter Limes-Kenner, war es das Anliegen des Vereins, die römische Geschichte Dieburgs auch in der akademischen Feier lebendig werden zu lassen. Schließlich stellt die einen bedeutenden Museumsmittelpunkt dar, was sich immer wieder daran zeigt, dass die Unterstützer des Museums regelmäßig in Tunika oder Toga schlüpfen oder römische Gastmähler auftischen.

Schallmayer begann seinen Vortrag bei den Anfängen, als Vespasian die Okupation der rechtsrheinischen Gebiete in Angriff nahm. Er erläuterte, wie Dieburg in der Folge zu einer städtischen Siedlung wuchs, zu der viele Wege, etwa vom römischen Hafen in Geinsheim, führten. „Für Dieburg gilt die Krux, dass es immer im Schatten der Limesforschung stand. Deshalb gab es nie großflächige Ausgrabungen“, bedauerte der Experte. Wäre dies geschehen, würde sich der römische Stadtplan von Dieburg heute sicherlich noch größer und besser zeigen. Mit den römischen Gräberfeldern, den lokalisierten Wohnhäusern, dem Kultbezirk, der Töpferei und den jüngst beim Bau der Unterführung entdeckten Brunnen, konnte Schallmayer aber dennoch ein großartiges Bild des antiken Dieburg aufzeigen, das sich heute im Museum mit seinen wertvollen Steinmetzarbeiten und Gebrauchsgegenständen der Invasoren aus dem Süden nachvollziehen lässt. Als Höhepunkt verifizierte er den Verlauf der römischen Stadtmauer, die im heutigen Bereich der Minnefelder Seestraße, dem Minnefeld, der Spitalstraße, Hinter der Schießmauer sowie der Ringstraße verlief.

Engagement soll weiter gehen

Die Bandbreite des römischen Dieburg führte dazu, dass Schallmayer das Zeitfenster für seinen Vortrag etwas überschritt, so dass die Vorstellung der Publikation „Die ersten zehn Jahre“ der Museumsförderer etwas ins Hintertreffen geriet (separater Artikel folgt). Beim anschließenden Glas Sekt wurde dafür aber umso deutlicher, dass deren Engagement in den nächsten zehn Jahren mit gleicher Deutlichkeit und Energie weitergehen soll.

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