110 Meter von Römer- über Ritterstraße und unter den Gleisen hindurch

Kanalsanierung als Schlussakt

Oliver Schulz vom Ingenieurbüro Reitzel erläutert die Besonderheiten der anstehenden Kanalsanierung.  J Foto: sr

dieburg - Wenn die Stadt Dieburg normalerweise zu einem Pressetermin lädt, dann duftet es nach Kaffee und der ein oder andere trägt sogar ein Hemd. Am Donnerstagnachmittag standen Gummistiefel hoch im Kurs – und es stank recht kräftig. Von Jens Dörr

Der Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung lässt seit zwei Wochen und noch in den nächsten vier bis sechs einen 110 Meter langen Kanal für Schmutz- und Regenwasser sanieren.

Der Kanal verläuft von der Römerstraße über die Ritterstraße und anschließend unter den Bahngleisen hindurch. Im weiteren Verlauf endet der Kanal, der die Form eines Rundgewölbes mit den Ausmaßen 2,20 mal 1,50 Meter hat, in der Kläranlage.

Hinab ging es für Presse, Stadtkommunikatorin Ulrike Posselt und Oliver Schulz vom Ingenieurbüro Reitzel über eine Leiter durch einen engen Schacht auf der Nordseite der Gleise. Unten angelangt, hielten die Gummistiefel das einige Zentimeter hoch stehende Wasser ab. Ein paar Meter weiter sausten über den Köpfen die Züge hinweg. Das war leiser als erwartet.

Im Zuge des Unterführungsbaus wurde die Sanierungsmaßnahme nun freigegeben. Dabei werden auf 110 Metern die Kanalwände, die derzeit noch aus Sandstein bestehen, komplett mit Beton ausgekleidet. Das hat in einer Testphase gerade begonnen.

Vor Ort war am Donnerstag deshalb auch Heinz Kienle vom Mörtellieferanten MC Bauchemie. Ausführendes Unternehmen ist die Firma Ebert. Sie sorgt auch dafür, dass der Boden mit einer Stahlwanne und entsprechendem Gefälle zur Kläranlage hin versehen wird. Einige Jahre würde der Kanal auch so noch seinen Dienst tun, sagte Oliver Schulz bei der Ortsbegehung. Ohne weitere Arbeiten könnte es irgendwann aber zu Schäden kommen. Noch ist auch im Falle von Starkregen und hohen Literzahlen pro Quadratmeter keine Rückflutung zu befürchten.

Schulz führte am Donnerstag aus, die Länge des zu sanierenden Stücks sei mit den 110 Metern außergewöhnlich. Meist würden Arbeiten an Stücken mit bis zu 70 Metern Länge durchgeführt. Die Kosten betragen rund 250 000 Euro, etwa die Hälfte davon seien Materialkosten, so Schulz. Mit der Sanierung des Kanals, einer früheren Fortsetzung des Theobaldgrabens, wird zugleich das Großprojekt „Beseitigung des schienengleichen Bahnüberganges“ abgeschlossen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare