Kapitän geht von Bord

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Symbolische Amtsübergabe: Reimar Franke (r.) übergibt seinem Nachfolger Klaus Pauls den Schlüssel zur Polizeistation Dieburg. Nach sieben Jahren als Dienststellenleiter wurde Franke nun in den Ruhestand verabschiedet.

Dieburg ‐ Der Abgang fiel ihm sichtlich schwer. Spätestens, als der Erste Polizeihauptkommissar Reimar Franke und Leiter der Dieburger Polizeistation die letzten Worte seiner persönlichen Verabschiedung gestern im Foyer der Station vorlas, war ihm die Rührung deutlich anzumerken. Von Dirk Beutel

Dabei hätte der Polizist im Grunde gut auf dieses Ereignis vorbereitet sein müssen, da sein Bruder, Frank Franke, ehemaliger Dienststellenleiter in Dietzenbach, schon vor vier Jahren in den Ruhestand verabschiedet worden war. „Ihm habe ich alles nachgemacht - von der Seefahrt bis zur Polizeikarriere“, erinnert sich der Beamte. Seit 2003 oblag Franke die Verantwortung für die Polizeistation Dieburg. Damit umfasste sein Zuständigkeitsbereich rund 300 Quadratkilometer mit acht Gemeinden und 33 Ortsnamen.

Bevor er allerdings diese Stellung annahm, zog es den jungen Franke in die weite Welt hinaus. Mit 16 Jahren gingen er und sein Bruder zunächst auf eine Seemannsschule in Travemünde. Dort absolvierte er eine Ausbildung zum Matrosen und Rettungsbootsmann. Auf Stück- und Massengutfrachtern steuerte er alle Kontinente dieser Welt an. Franke: „In den späten sechziger Jahren war das schon etwas besonderes. Da gab es nicht einen solchen Tourismus wie heute.“ Tatsächlich wurde das Brüderpaar auch hin und wieder für die gleichen Fahrten eingesetzt. Allerdings beendeten beide Frankes diesen Lebensabschnitt zeitig und orientierten sich um. Reimar Franke startetet seine Karriere bei der Polizei am 1. April 1970 und wurde nach seiner Ausbildung in den Streifendienst nach Darmstadt versetzt.

„Ein anstrengender Bärenführer“

Bereits 1979 kam Franke als Dienstgruppenleiter nach Dieburg. Einer seiner damaligen Kollegen erinnert sich: „Reimar war mein erster und einziger Gruppenleiter. Ich fing mit 19 Jahren bei der Polizei an und geriet gleich an einen der anstrengensten Bärenführer, die es wohl gab“, schmunzelt Heini Schmitt, Leiter des Polizei-Personalrates über die harte Schule Frankes.

Für kurze Zeit wurde Franke im September 2002 zum Polizeiführer vom Dienst erhoben, wonach im Jahr 2003 die Leitung der Dieburger Polizeistation begann - und das mit Erfolg, wie auch der Polizeipräsident Südhessen, Gosbert Dölger, bestätigte: „Frankes Dienstbereich gehört zu den sichersten in ganz Hessen.“

Öfter mal wieder in die Türkei

Seinen Ruhestand wird Reimar Franke mit seiner Frau Waltraud verbringen. Beide haben schon Reisepläne für ferne Länder geschmiedet, nicht zuletzt soll das eigene Anwesen in der Türkei öfter besucht werden. Auch in den vier Wänden in Groß-Umstadt und im Garten hat der „gestandene Schutzmann“ - wie Franke von den Kollegen zum Abschied anerkennend bezeichnet wurde - einiges vor.

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