Mit Karneval, aber anders, in neue Ära

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Der bulgarische Konzertpianist Georgi Mundrov eröffnete am Samstag die Saison der Schlosskonzerte 2010.

Dieburg (bea) ‐ Andächtig lauschen die Zuhörer am Samstagabend im voll besetzten Saal des FechenbachSchlosses dem ersten Künstler der Saison 2010. Klavierstücke zum Karneval, „aber einmal anders“ gibt der bulgarischen Pianist Georgi Mundrov zum Besten.

Während die erste Hälfte ganz Robert Schumann mit seinem Carnaval op. 9 gewidmet war, spielt Klaviervirtuose Mundrov nach der Pause Stücke von verschiedenen Komponisten. Und erfreut die Zuhörer mit einer kundigen und amüsanten Einführung sowohl der Stücke als auch ihrer Komponisten.

Die spanische Fastnacht vergleicht der Musiker mit der Basler, und nimmt damit Bezug auf sein erstes Stück „La Puerta del Vino“. „Claude Debussy hat dieses Stück nach einer Postkarte der Alhambra komponiert“, erklärt Mundrov dem staunenden Publikum. Dem spanischen Stück folgen mehrere Tangos von Komponisten wie Alberto Ginastera und Horacio Salgán und auch den Meister des Tango, Astor Piazzolla, bringt Mundrov zu Gehör. „Piazzolla spielte zuerst das Bandoneon und er brachte den Tango, vorher reine Tanzmusik auf die Konzertbühnen der Welt“, so Mundrov.

Sponsoren und private Mäzene retteten die Konzertreihe

Dass die Zuhörer den Schlosskonzerten überhaupt noch lauschen können, verdanken sie nicht nur den großen Sponsoren wie der Sparkasse, der HSE- und der Da Ponte-Stiftung, sondern auch „privaten Mäzenen“, wie Initiator Richard Berg nach der Pause erklärte.

Konzertbesucherin Doris Ehrmann freut sich indes, dass die Konzreihe fortgeführt wird. „Wir gehörten bis jetzt nicht zu den regelmäßigen Besuchern“, erklärt die Dieburgerin, „aber da wir jetzt mehr Zeit zur Verfügung haben, werden wir in Zukunft wohl häufiger kommen“. Richard Henger hat in der Zeitung von der Rettung der Schlosskonzerte nach der Aufkündigung der städtischen Zuschüsse gelesen. Der Mainzer hat bei der Organisation der Otzbergkonzerte mitgeholfen. Und weiß deshalb aus eigener Erfahrung, das „es gar nicht so einfach ist, Konzerte mit einem guten musikalischen Niveau auf die Beine zu stellen“. Ein Grund mehr, weshalb die Dieburger froh sein können, dass die Reihe der Schlosskonzerte vor dem „Aus“ gerettet werden konnte.

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